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Eklat im Theater Chur

Das «Camp der Zukunft» endete mit einem Hausverbot für Regisseur Samuel Schwarz.

Alexandra Kedves
Regisseur Samuel Schwarz.
Regisseur Samuel Schwarz.

Dem Theater Chur war ein Coup gelungen – der aber in ein Debakel mündete. Da hatte man, kuratiert von der Digitalbühne Zürich rund um Samuel Schwarz, ein zweitägiges «Camp der Zukunft» organisiert, an dem die Aktualität von Brechts Werk im Fokus stand. Und als Stargast hatte Claus Peymann zugesagt: dies im Gedenken daran, dass Brecht hier, «wo sich die Füchse gute Nacht sagen», vor 70 Jahren sein erstes Stück nach dem Krieg realisierte, erklärte Peymann später der «Südostschweiz». «Ich wollte sozusagen einen Kuss überbringen vom Berliner Ensemble, das ich fast 20 Jahre geleitet habe.»

Er kassierte dafür gröbste Verbalinjurien: Beim Podiumsgespräch am Sonntag, das die Intendanten-Legende mit Schauspieler Philippe Graber und Samuel Schwarz führen sollte, kam es bald zum Eklat.

Als Peymann Brechts berühmten Satz zitiert, «Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht», fragt Schwarz: «Wie sieht es aus mit Ihrer eigenen Gewalt, die Sie ausüben gegen Ihre Schauspieler?» Peymann will erst mal seine Gedanken ausführen. «Dann können Sie mich tüchtig provozieren.» Die Situation eskaliert, Schwarz ruft seinen Schauspielern – die auf ihren Auftritt in Brechts Antifeldherr-Hörspiel «Das Verhör des Lukullus» warten – die Lukullus-Verdammung zu: «Ins Nichts mit ihm!»; und dem Gast «Du A***loch!». Peymann geht, Schwarz brüllt ihm Unflätigkeiten hinterher.

Allgemeiner Schock. Theaterleiterin Ute Haferburg erteilt Schwarz ein Hausverbot. Die Kooperation mit ihm bereut sie, sagt sie auf Anfrage. Bei Peymann habe man sich entschuldigt. Schwarz sei leider genau in jene Tyrannenfigur gekippt, die er habe denunzieren wollen.

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