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Erste Schweizer Theaterpreise gehen an Aufreger

Die nationale Theaterszene feiert ein neues Festival: Am ersten Schweizer Theatertreffen wurden gut dotierte Auszeichnungen verliehen. Den Hauptpreis gewann Omar Porras.

Gewinnt den mit 100'000 Franken dotierten Schweizer Grand Prix Theater: Omar Porras (21. Mai 2014).
Gewinnt den mit 100'000 Franken dotierten Schweizer Grand Prix Theater: Omar Porras (21. Mai 2014).
Martial Trezzini, Keystone

Im Rahmen des 1. Schweizer Theatertreffens in Winterthur und in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset sind die ersten Schweizer Theaterpreise verliehen worden. Unter anderen wurden die Schauspielerinnen Nikola Weisse und Fabienne Hadorn ausgezeichnet.

Einzelpreise in Höhe von je 30'000 Franken gingen ausser an die Schauspielerinnen Weisse und Hadorn an den Lausanner Theatermacher Massimo Furlan, seine Tessiner Kollegin Cristina Castrillo und den in Bern geborenen Regisseur Milo Rau. Mit je 50'000 Franken wurden das Berner Festival auawirleben und Beatrix Bühler sowie das junge theater basel gewürdigt.

Schon bekannt war der Gewinner des Grand Prix Theater, der die Tradition des Hans-Reinhart-Rings fortführt: Omar Porras, der Gründer und Leiter des Teatro Malandro in Genf, durfte in Winterthur die mit 100'000 Franken dotierte Auszeichnung entgegennehmen.

«Theater hat grosse Zukunft»

Unter dem Victor-Hugo-Motto «Le théâtre - le pays du vrai» stellte sich Bundesrat Berset die Frage nach der Zukunft des Theaters in der zunehmend digitalisierten Welt. Er gelangte zum Schluss, dass das Theater heute nicht weniger Zukunft habe als zu Victor Hugos Zeiten.

Das Theater sei «der Gegenentwurf zur virtuellen Kommunikationswelt», sagte er bei der feierlichen Verleihung, und «heute eines der realistischsten Medien». «Echte Menschen auf der Bühne, echte Menschen im Publikum und zwar als Kollektiv, als temporäre Gesellschaft, vielleicht sogar als temporäre Gemeinschaft.»

Preisträger sorgten für Aufregung

Die ersten Theaterpreisträger haben sich alle als Anreger oder Aufreger einen Namen gemacht. Milo Rau beispielsweise hat zuletzt mit seiner Show «Die Moskauer Prozesse» Europa an- und Russland aufgeregt.

Nikola Weisse hat in ihrer über 40 Jahre dauernden Karriere unter anderem im Team von Christoph Marthaler neue Formen des Theaters mitpräsentiert. Fabienne Hadorn hat neben der Arbeit an grossen Theatern mit ihrer Gruppe Kolypan die frei Theaterszene bereichert. Beatrix Bühler und das von ihr geleitete Festival auawirleben haben freien Truppen eine vielbeachtete Plattform gegeben.

Der Lausanner Massimo Furlan hat mit spartenübergreifenden Produktionen Aufsehen erregt und Cristina Castrillo mit ihrem Teatro delle Radici und ihrem internationalen Theaterlabor das Bühnenleben im Tessin geprägt. Das junge theater basel schliesslich wurde dafür ausgezeichnet, dass es Jugendliche zwischen 14 und 24 mit Vorstellungen und Kursen anregt.

SDA/ked

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