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Für einmal kein Heu und keine Hühner, kein Wasser und kein wüster Sex

Frank Castorf geht im Schiffbau auf grosse Fahrt mit Kafkas «Amerika». Die Kapelle spielt bis zum Ende.

Zeigen gute Schauspielerleistungen in der geteilten Hauptrolle des Auswanderers Karl Rossmann: Marc Hosemann (r.) und Patrick Güldenberg (2. v. r.).
Zeigen gute Schauspielerleistungen in der geteilten Hauptrolle des Auswanderers Karl Rossmann: Marc Hosemann (r.) und Patrick Güldenberg (2. v. r.).
PD

Und nochmals Titanic – und wir fahren mit! Das Schiffshorn trötet, die Kapelle trompetet, und der Koloss legt an. Das grosse Atrium des Schiffbaus wurde in ein Oberdeck verwandelt: Aus einem gigantischen Schiffskamin quillt Rauch, bunte Lampen blinken überm Deck; Bar und Deckchairs, Sonnenschirm und Sonnensegel, alles da, sogar zwei Rettungsboote, selbst an die Wolldecken fürs Publikum, das im Innenhof rund um die Reling sitzt, hat man gedacht. Jetzt gilt es einzusteigen, bitte: Der riesige Theaterdampfer geht auf Jungfernfahrt, am Steuer steht Frank Castorf, und sein Schiff heisst «Amerika» nach dem gleichnamigen, unvollendeten Roman Franz Kafkas aus den Jahren 1912 bis 1914.

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