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Ganz nah am Dreck

Jan Bosse inszeniert Arthur Millers Klassiker «Hexenjagd» im Zürcher Schiffbau mit einem tollen Ensemble zu einer pädagogisch gedrehten Walpurgisnacht.

In Jan Bosses Inszenierung der «Hexenjagd» wird viel gekreischt, gebrüllt und gesungen. Foto: Tanja Dorendorf (T+T Fotografie)
In Jan Bosses Inszenierung der «Hexenjagd» wird viel gekreischt, gebrüllt und gesungen. Foto: Tanja Dorendorf (T+T Fotografie)

Dreck! Durch aufgeworfenen Boden waten wir zu unserem Platz in der Schiffbau-Halle. Hinter uns ragt die Holzwand eines Kirchleins auf; überhaupt schliessen die dunklen, hölzernen Wände der typischen Neuengland-Architektur des 17. Jahrhunderts das Spielgeviert ein – und uns. Aus der engen, puritanischen Welt gab es einst kein Entrinnen, und so schiebt Bühnenbildner Stéphane Laimé die Zuschauer von allen vier Seiten her dicht heran ans Geschehen im Dreck, als wären sie voyeuristisches Volk rund um einen Unfall. Die Unfallopfer heissen hier Recht und Freiheit und Menschenwürde; und Arthur Miller hat ihnen in «Hexenjagd» ein Denkmal gesetzt.

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