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Goebbels lässt die Welt kopfüber hängen

Entschleunigung, Widerstand und Antispektakel sind die Zauberwörter von Heiner Goebbels. Im Zürcher Schiffbau bringt der Gesamtkunstwerker jetzt das szenische Konzert «Industry and Idleness» zur Uraufführung.

Der Schauspieler hängt kopfüber. Alles zieht ihn nach unten, und seine Stimme scheint bis auf den Boden zu baumeln, wird undeutlich. Laut über sie drüber tanzt die kräftige Kehle einer afrikanischen Sängerin. Das Stück «Oder die glücklose Landung» (1993) ist ein Gesamtkunstwerk aus Geräuschen und rhythmisierten Satzfetzen, aus Tönen und Takten: ein «klassischer Heiner Goebbels», könnte man sagen, verböte sich das nicht bei einem, der sich selbst das Klassische verbietet.

Am Beispiel der «Landung» erklärt Goebbels, warum er für seine Schauspieler jeweils einen Hindernisparcours arrangiert. «Ich umstelle den Schauspieler zunächst mit rein äusserlichen Aufgaben. Diese regen, im Zusammenspiel mit Text, Musik und Raum, den Zuschauer zum Nachdenken an und können ihn berühren. Die viel beschworene Innerlichkeit findet sehr wohl statt, aber da, wo sie hingehört – im Publikum.»

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