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Markttaugliche Marktattacke

Peter Kastenmüllers «Herr Puntila und sein Knecht Matti» am Neumarkt macht Spass.

Auch Puntilas Tochter kann der Monstermaus nicht entkommen. Foto: Doris Fanconi
Auch Puntilas Tochter kann der Monstermaus nicht entkommen. Foto: Doris Fanconi

Rot glühen im Dunkel die Augen der Monstermaus. Die Aufführung von Bertolt Brechts «Herr Puntila und sein Knecht Matti» im Theater Neumarkt hat noch gar nicht begonnen, als eines bereits klar ist: Im Finnland der Vierzigerjahre sind wir nicht – und bei Brecht, dem didaktisch-politischen Epiker, nur bedingt. Dafür sitzen wir, wie sich im Lauf der zwei Stunden herausstellt, mittendrin in einer aquavitgetränkten, süffigen Geisterbahn des Kapitalismus, wo Ausbeutung und Anpassung herrschen, wo Abhängigkeit und Angst beide re­gieren – den Knecht und den Herrn. Da wabert Menschlichkeit nur noch als rauschgeborene Spuk- und Truggestalt herum; die Monstermaus hat mit ihrem kräftigen Kiefer längst jeden Menschen geknackt. Auch uns: Denn, zugegeben, es macht Spass in dieser Geisterbahn!

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