Matthias Hartmann ist fristlos entlassen
Chaotische Buchhaltung, fehlende Kontrolle und überhöhte Gagen führen das Wiener Burgtheater in eine schwere Krise.

Seinen Amtsantritt habe er sich eigentlich anders vorgestellt, begann Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer gestern eine eilig angesetzte Pressekonferenz. Ostermayer, der engste Vertraute von Bundeskanzler Werner Faymann, hatte am ersten März das Kulturdossier übernommen. Bereits zehn Tage später verkündete er in einem «für mich persönlich extrem unangenehmen Moment» die fristlose Entlassung des Direktors des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann.
Als Begründung für diesen in Österreich beispiellosen Schritt zitierte Ostermayer zwei Rechtsgutachten, die dem grössten Sprechtheater im deutschen Sprachraum über längere Zeit eine nicht funktionierende Buchführung sowie das völlige Fehlen interner Kontrollen bescheinigen: Als Geschäftsführer habe Hartmann von den Missständen wissen müssen, aber nichts dagegen unternommen. Damit habe Hartmann die Sorgfaltspflicht verletzt, so Ostermayer.