«Meine Bühnenkarriere in der Schweiz ist vorbei»

Satiriker Andreas Thiel beklagt, von der Theaterszene seit seiner Koran-Kritik geächtet zu werden.

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Thiel gab der NZZ ein Interview, in dem er beklagt, seit einem Interview mit Roger Schawinski zu seiner Koran-Kritik geächtet zu werden: «Ich scheine mehr Feinde zu haben, als der Karriere eines Künstlers bekömmlich ist.» Schawinski habe überall verbreitet, er sei ein Rassist und Antisemit: «Das haben tatsächlich viele geglaubt, darunter auch Zuschauer und Kollegen in der Theaterszene.»

Zudem sei er medial gelyncht worden. Man habe ihm von Fanatismus bis zu Fremdenfeindlichkeit alles unterstellt. Auf die Frage, ob er seine Bühnenkarriere beenden wolle, antwortet Thiel: «Na ja, wenn sich die Theater und die Zuschauer gegen einen wenden, ist es unmöglich, sich auf der Bühne zu halten.» Er werde sich aber vermehrt aufs Schreiben konzentrieren.

Gegenüber «20 Minuten» präzisiert er: «Meine Bühnenkarriere in der Schweiz ist vorbei.» Wo keine Nachfrage sei, brauche es auch kein Angebot. «Es ist ja nicht nur so, dass die Theater meine Satireprogramme nicht mehr buchen, es wurden sogar bestehende Verträge aufgelöst. Das ist einmalig.» Theaterleiter, die sein Bühnenprogramm gebucht hätten, seien auf der Strasse beschimpft worden. «Die Tochter eines Theaterleiters wurde in der Schule beschimpft, ihr Vater lasse im Theater einen Rassisten auftreten.»

Und Thiel bleibt, mit Verweis auf die islamistischen Anschläge in Europa, bei seiner Koran-Kritik: «Dass keiner bereit ist, das Kind beim Namen zu nennen, so viel Angst und so wenig Mut hätte ich meinen Künstlerkollegen nicht zugetraut. Das Kind heisst Mohammed und macht ziemlich viele Probleme.»

Ein Artikel von 20minuten.ch, bearbeitet von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Erstellt: 16.08.2016, 15:05 Uhr

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Streithähne: Roger Schawinski und Andreas Thiel in der «Schawinski»-Ausgabe vom 15.12.2014.

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