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Mordlustig bis zuletzt

Maria Becker war eine der letzten grossen Tragödinnen des Theaters, jetzt ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben. Sieben Jahrzehnte lang war sie dem Zürcher Schauspielhaus verbunden – allerdings nicht nur in Frieden.

Peter Müller und Alexandra Kedves
Die in Berlin geborene Schauspielerin war 1938 vor den Nazis aus Wien geflohen und fand Anschluss in der Schweizer Theaterszene: Maria Becker (rechts) mit Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (Mitte) und der Schauspielerin Therese Giehse (links) in Zürich. (19. März 1959)
Die in Berlin geborene Schauspielerin war 1938 vor den Nazis aus Wien geflohen und fand Anschluss in der Schweizer Theaterszene: Maria Becker (rechts) mit Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (Mitte) und der Schauspielerin Therese Giehse (links) in Zürich. (19. März 1959)
Keystone
Sieben Jahrzehnte lang war die Schauspielerin dem Schauspielhaus Zürich verbunden: Maria Becker als Claire Zachanassian mit dem Mathias Gnädinger in Dürrenmatts Stück «Der Besuch der alten Dame». (23. Januar 1995)
Sieben Jahrzehnte lang war die Schauspielerin dem Schauspielhaus Zürich verbunden: Maria Becker als Claire Zachanassian mit dem Mathias Gnädinger in Dürrenmatts Stück «Der Besuch der alten Dame». (23. Januar 1995)
Keystone
Becker gründete das später weit über den deutschsprachigen Raum bekannt gewordene Tourneetheater «Schauspieltruppe Zürich» und trat in zahlreichen Fernsehfilmen auf: Maria Becker in ihrem Haus in Zürich. (12. September 2005)
Becker gründete das später weit über den deutschsprachigen Raum bekannt gewordene Tourneetheater «Schauspieltruppe Zürich» und trat in zahlreichen Fernsehfilmen auf: Maria Becker in ihrem Haus in Zürich. (12. September 2005)
Keystone
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Noch im Frühling 2010 stand Maria Becker auf der Bühne. In der Pfauenkammer, zusammen mit ihrem Sohn, dem Schauspieler Benedict Freitag. «Ich spiele sehr gern, und in letzter Zeit habe ich auch grosse Freude daran, Lesungen zu machen», hatte sie vor der Premiere, zu ihrem 90. Geburtstag, in dieser Zeitung gesagt. «Ich hasse den Titel ‹Grande Dame des Theaters›: Ich will nicht wie eine Statue stillstehen und in die Vergangenheit zurückblicken. Ich bin eine Charakterschauspielerin und schaue nach vorne, zum nächsten Auftritt.» Und das tat sie, mit Verve, mit Liebe, solange sie konnte. Am Mittwoch, dem 5. September, ist die Frau, in deren Adern die Theaterzaubersäfte zu fliessen schienen, in Uster mit 92 Jahren gestorben.

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