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«Opernbetrieb ist von reaktionären Menschen beherrscht»

Zwei Schwergewichte der Oper rechnen mit ihrer Kunstsparte ab: Regisseur Martin Kušej und Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper.

«Oper ist nur mehr sehr rudimentär kreativ und interessiert mich viel weniger als Schauspiel», sagt Martin Kušej, der am Opernhaus Zürich unter anderem die vom Fernsehen live übertragene «Zauberflöte» inszeniert hat. In der Zeitschrift «Bühne» meint er, man kämpfe gegen eine 150 Jahre alte Pseudo-Kunst-Welt, einen «gigantischen Zuckerlberg», der von reaktionären Menschen kontrolliert werde.

Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper, sagt: «Die grösste Gefahr sehe ich heute im ‹Netrebkoismus›». Damit spielt er auf den Medienhype um die Sängerin Anna Netrebko an. Sänger würden von Intendanten heutzutage zunehmend nur noch nach Medienecho und nicht nach sängerischer Qualität beurteilt und engagiert, meint er.

Holender und Kušej werden sich in den nächsten Jahren von der Opernwelt mehr oder weniger zurückziehen. Holender tritt als Intendant in Wien ab, Kušej konzentriert sich wieder vermehrt auf das Schauspiel, er wird Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels.

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