Pollesch übernimmt Volksbühne

Nach der Ära von Frank Castorf gab es viel Ärger mit der Nachfolge. Nun ist klar: Regisseur Pollesch wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne.

Soll ab 2021 das Berliner Theater leiten: René Pollesch (12. Juni 2019)

Soll ab 2021 das Berliner Theater leiten: René Pollesch (12. Juni 2019)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Regisseur René Pollesch wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Der 56-Jährige soll das Haus zur Spielzeit 2021/2022 übernehmen, wie Berlins Kultursenator Klaus Lederer am Mittwoch ankündigte. Damit kehrt ein bekanntes Gesicht an das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz zurück.

Pollesch hatte unter dem langjährigen Intendanten Frank Castorf an der Volksbühne gearbeitet. Er leitete unter anderem eine Nebenbühne, den Prater im Stadtteil Prenzlauer Berg. Pollesch schreibt selbst Stücke und arbeitete unter anderem in Stuttgart, Hamburg, Wien und Frankfurt.

Nestroy-Preis erhalten

In Berlin inszenierte er zuletzt am Deutschen Theater «Cry Baby» mit Schauspielerin Sophie Rois und «Black Maria». Pollesch galt seit Längerem als Kandidat für die Leitung der Volksbühne. Das Theater hat turbulente Zeiten hinter sich. Ein Vierteljahrhundert hatte Castorf die Bühne geführt. Dann übernahm der Belgier Chris Dercon das Haus - dem Museumsexperten schlug aber Protest aus der Berliner Kulturszene entgegen. Dercon gab den Posten im Frühjahr 2018 wieder auf, nach weniger als einem Jahr.

Bis zum Sommer 2021 leitet nun der eigentlich als Geschäftsführer vorgesehene Klaus Dörr das Theater. Für die Zeit danach suchte Senator Lederer eine Nachfolge. Pollesch wurde in Hessen geboren und hat Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen studiert. In der Vergangenheit hat er mit Schauspielern wie Martin Wuttke und Rois zusammengearbeitet, aber auch mit TV-Entertainer Harald Schmidt. 2002 wurde er vom Magazin «Theater heute» zum besten deutschsprachigen Dramatiker gewählt. 2007 erhielt er den Nestroy-Theaterpreis, den wichtigsten Theaterpreis Österreichs. Die Volksbühne mit ihrem Räuberrad vor dem Gebäude ist eines des wichtigsten Theater Deutschlands. Unter Castorf hatte es bei Fans Kultstatus, andere wünschten sich dagegen eine Erneuerung. (sda)

Erstellt: 12.06.2019, 15:09 Uhr

Artikel zum Thema

Turnen und Turteln in der Affenhand

René Pollesch brachte im Zürcher Pfauen sein neues Stück «Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis » zur Uraufführung. Ablachen, Augenreiben und Applaudieren. Mehr...

«Sexismus ist ein Repräsentationsproblem»

Interview René Pollesch ist einer der wichtigsten Theatermacher unserer Zeit. Im Interview erklärt er, wie Theater gerechter werden könnte. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Sweet Home Schweizer Gartenparadiese

Tingler Spuren des Fortschritts

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Fanliebe: Kurz vor dem sechsten Spiel des NBA Finals zwischen den Toronto Raptors und den Golden State Warriors herrscht im Fansektor grosse Anspannung. (Toronto, 13. Juni 2019)
(Bild: Chris Helgren ) Mehr...