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Schlimme Strafe, neu berechnet

Die Argonauten fahren durchs All, und Medea hört auf einen Algorithmus: Katharina Cromme wagt in der Gessnerallee die Zukunft.

Knallbunte Perserteppiche, Sofabezüge im Farbenrausch und Fourniermöbel, die einen mit ihrer Hässlichkeit anbellen: Auf der Südbühne der Gessnerallee möchte man an diesem Abend nicht verweilen. Und das ist durchaus stimmig. Denn zwischen zusammengewürfelten Brockenhaus-Möbeln wird an diesem Abend eine aufdatierte Version der «Medea» gespielt. Es geht also um jenen alten Antikenstoff rund um den Argonauten Iason, der auf der Flucht ist, weil er das Goldene Vlies geraubt hat – mit ihm die Zauberin Medea, die den Räuber über alles liebt. Auf diese Flucht in die Heimatlosigkeit scheint die unwirtliche Möbellandschaft zu verweisen, die Lukas Stucki aufgebaut hat. Aber das ist nur die Hälfte der alten Story. Die andere erzählt, wie der geliebte Vliesräuber in Korinth eine andere heiratet und Medea verstösst, die darauf aus Rache die gemeinsamen Kinder ermordet. So steht es in der Medea-Tragödie des Euripides.

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