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Schöner war Kantigkeit nie

Corinna Harfouch, die starke und strenge Schauspielerin des deutschen Films und Theaters, kommt nach Zürich – mit Texten der expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler.

Ringt um «einen Ausdruck, der Zugang ins Innere erschliesst»: Corinna Harfouch, hier vor dem Panorama Dresdens.
Ringt um «einen Ausdruck, der Zugang ins Innere erschliesst»: Corinna Harfouch, hier vor dem Panorama Dresdens.
Keystone

Das kleine Gelbe gab den grossen Anstoss: Es war noch zu Zeiten des DDR-Regimes, als das Reclam-Bändchen Corinna Harfouch in die Hände fiel. «Auf einmal war Else Lasker-Schüler für mich keine langweilige Pflichtlektüre mehr wie in der Schule, sondern eine unglaubliche Zauberin, wild und tief.» Als Corinna Harfouch das sagt, am Telefon, hat ihre Stimme dieses Wilde, Tiefe, das zur Rolle des grossmäuligen Luftwaffengenerals Harras in Zuckmayers «Des Teufels General» passt – für die sie 1997 zur «Schauspielerin des Jahres» gekürt wurde – oder zur Rolle der kühlen Goebbels-Gattin Magda im Hirschbiegel-Film «Der Untergang». Zu ihrem Gesicht passt der herbe Ton sowieso: Schöner war Kantigkeit nie! Dass die Star-Schauspielerin Siamkatzen liebt, diese grazilen Stubentiger mit dem Löwenmut und den Charakterköpfen, das muss fast schon so sein. Corinna Harfouch, die Starke, Strenge des deutschen Films und Theaters, berühmt für ihre Kunst, berüchtigt für ihre Amouren (unter anderem mit Bernd Eichinger), scheint uns das brechtsche «Glotzt nicht so romantisch!» zuzurufen, selbst dann, wenn sie schweigt.

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