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Schuldiger und Schmerzensmann

Barbara Frey inszeniert Kleists «Der zerbrochne Krug» am Pfauen mit einer unerbittlichen Strenge und einem unübertrefflichen Ensemble.

Alexandra Kedves
Choreographie der Tricksereien im strengen Existenzialismustheater von Barbara Frey. Foto: Matthias Horn
Choreographie der Tricksereien im strengen Existenzialismustheater von Barbara Frey. Foto: Matthias Horn

Splitterfasernackt, wie Gott ihn schuf, stürzt der alte Adam auf die Bühne. Noch ist es stockdunkel, und weiss wie ein bleicher, allmählich verdämmernder Stern schimmert der Leib des geschundenen Mannes. Er krümmt sich, rappelt sich mit Mühe auf vor dem schwarzen, überdimensionalen Zylinderhut, der da auf der Bühne steht wie ein UFO, das sich irgendwie in den Pfauen verflogen hat. Ab Band rast dazu Marcel Duprés irrwitzige, jahrelang für unspielbar gehaltene «Prélude et fugue» in g-Moll wie ein Fluch aus dem kalten Weltall. Und ­jeder ahnt: Der kommende Tag wird kein freundlicher sein.

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