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So züchtet man Monster

Die junge Regisseurin sperrt am Berner Stadttheater König Lear und seine Entourage in ein Wohnzimmer, wo jeder den eigenen und den Begehren der anderen ausgesetzt ist.

Der König und seine Lieblingstochter:  Stéphane Maeder als König Lear und Julia Gräfner als Cordelia.
Der König und seine Lieblingstochter: Stéphane Maeder als König Lear und Julia Gräfner als Cordelia.
Philipp Zinniker/zvg
Die Spannung bricht während der ganzen  Aufführung nie ab.  Das macht Nielebocks «König Lear» so  überzeugend.
Die Spannung bricht während der ganzen Aufführung nie ab. Das macht Nielebocks «König Lear» so überzeugend.
Philipp Zinniker/zvg
Dass dieser Party-Shakespeare funktioniert, hat viel mit Werner Buhss' direkter, temporeicher und unverschnörkelter Übersetzung zu tun.
Dass dieser Party-Shakespeare funktioniert, hat viel mit Werner Buhss' direkter, temporeicher und unverschnörkelter Übersetzung zu tun.
Philipp Zinniker/zvg
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Bei Lears lebt es sich gut. Vom Whiskey ist noch genug da, vom Champagner auch, und die Laune könnte nicht besser sein. Gefeiert werden will die Spendierfreudigkeit des Königs. Man ist unter sich, der König, seine drei Töchter und sein bester Freund, der Graf von Kent. Besuch ist noch da: Auch sein Schulterklopf-Kumpel Graf Gloucester ist ein flotter Kerl, der die hohe Kunst der Selbstinszenierung ähnlich lustvoll zelebriert wie Lear. Ein durchaus wohlwollendes Publikum haben diese beiden nicht mehr jungen, aber noch sehr vitalen Macho-Gockel, die man in ihrer satten Aufgeräumtheit durchaus mag. Lears Töchter ist die Grossspurigkeit des Königs vertraut, und auch die beiden Söhne Gloucesters haben das Showgebaren ihres Vaters längst durchschaut.

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