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Stimmen und Ängste im Raum

Boris Nikitins neues Stück feierte Premiere an der Ruhrtriennale. Auch ein Werk von Gregor Schneider kam dort in die Schlagzeilen. Bereits jetzt kann man sagen: Intendant Heiner Goebbels wagt am meisten.

Wissen, wie man auf der Bühne Wirkung erzielt: Regissuer Boris Nikitin (links) und Intendant Heiner Goebbels (rechts) bei einer Medienkonferenz im August 2014.
Wissen, wie man auf der Bühne Wirkung erzielt: Regissuer Boris Nikitin (links) und Intendant Heiner Goebbels (rechts) bei einer Medienkonferenz im August 2014.
Marcel Kusch, Keystone

Ein älterer Mann in schwarzer Alltagskleidung liegt auf dem Boden und singt. Hinter ihm stehen zwei Stühle, Neonlicht erhellt den kahlen Raum. Zu hören ist leidvoller, atonaler Gesang – dabei gehört die Kerkerszene aus Beethovens «Fidelio» zu den ergreifendsten Momenten des Opernrepertoires. Aber wenn das Orchester fehlt, das Kostüm und die Beleuchtung fehlen, wenn die Szene auf einen Körper und seine Stimme reduziert wird, dann bleibt eben nur der Mensch in seinem Schmerz.

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