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«Viel anders ist es auch in Österreich nicht»

Minister Zoltán Balog verteidigt die rechte Regierung, die Schlüsselstellen im ungarischen Theater mit Gefolgsleuten besetzte.

Tritt für den neuen Intendanten des Nationaltheaters ein: Minister Balog. (9. Oktober 2012)
Tritt für den neuen Intendanten des Nationaltheaters ein: Minister Balog. (9. Oktober 2012)
Keystone

In der Kulturpolitik gebe es «immer Streit, und das ist auch gut so», sagte Balog, seines Zeichens Minister für Humanressourcen. Die Auseinandersetzung um das ungarische Nationaltheater sei «nicht demokratiegefährdend», erklärte der Minister gegenüber der österreichischen Zeitung «Der Standard» vom Donnerstag. Balog stellte die Ereignisse als konventionelle Ablösung dar.

Der Vertrag des Intendanten am ungarischen Nationaltheater, Róbert Alföldi, sei ausgelaufen. Und dessen Nachfolger – der national-konservative Attila Vidnyánszky – habe sich im Kuratorium mit neun zu einer Stimme durchgesetzt. «Viel anders ist es auch in Österreich nicht», erklärte Balog. Im Frühling hatten österreichische Kulturschaffende gegen die Situation ihrer Kollegen unter der rechten ungarischen Regierung protestiert.

Antisemitische Tiraden

Die Bestellung von György Fekete als Präsident der ungarischen Kunstakademie sowie dessen Aussagen, der Schriftsteller György Konrad sei «unungarisch», kommentierte Balog mit dem Verweis, dass der Präsident von den Künstlern der Akademie gewählt sei und dass dessen Aussagen unter die Meinungsfreiheit fallen würden.

Die Vergabe von Auszeichnungen an rechtsradikale Persönlichkeiten nannte er «Entscheide einer Regierungskommission, zu denen ich stehe». Über die Verleihung eines Preises an den TV-Moderator Ferenc Szaniszló sei er «falsch informiert» gewesen, sagte der Minister.

Der Moderator schockierte mit antisemitischen Tiraden. Szaniszló sage «Dinge, die ich wirklich nicht gutheissen kann. Ich habe ihn aufgefordert, die Ehrung zurückzugeben, was er am Ende auch tat», erklärte Balog im Interview mit dem «Standard».

SDA

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