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Wort ist Mord

Barbara Frey zeigt am Schauspielhaus einen hoch konzentrierten «Richard III.» von William Shakespeare. Man erfährt, wie viele Menschen sterben, während der Potentat nichts tut als reden.

Christoph Fellmann
Michael Maertens’ Richard (Mitte, neben Buckingham) kumpelt mit keinem und zwingt sie alle in die Knie.
Michael Maertens’ Richard (Mitte, neben Buckingham) kumpelt mit keinem und zwingt sie alle in die Knie.
Doris Fanconi

Dass es leibhaftig Tote gibt, ist erst ganz am Schluss zu sehen. Nur einmal kommt an diesem Abend ein wenig Blut auf die Bühne, ein kleiner Kollateralschaden im Massnahmenvollzug. Was sonst an Körperflüssigkeit anfällt, wird in rotzgrüne Taschentücher getupft.

Das serielle Morden aber ist vor allem daran zu erkennen, dass sich die Lage klärt auf dieser Bühne, die Penelope Wehrli mit zu vielen Türen und zu vielen Stühlen ein wenig eingerichtet hat wie für ein Lustspiel. Nur, dass es keine geheimen Liebhaber zu verstecken gilt, sondern geheime Throngelüste zu ersticken. Und wo zunächst ein impertinentes Kommen und Gehen herrscht, bleibt bald nur noch dieser Richard zurück, seine gespreizte Kralle endlich am Thron.

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