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«Zur Kunst gehört auch Prügeln»

Der Regisseur Frank Castorf ist der Theater-Gigant aus dem Berliner Osten. Selber sieht er sich als Triebtäter. Jetzt inszeniert er am Zürcher Schauspielhaus «Die schwarze Spinne». Also das Chaos.

Alexandra Kedves und Simone Meier

Ein Rotwein, zwei Wienerli und eine Menge Fragen warten auf Frank Castorf an diesem Abend nach der Probe im Pfauen. Aber er nimmts gelassen – obwohl die Bauchspeicheldrüse zwickt («Der Arzt hat mir Fettiges und Alkohol verboten») und die Arbeit zwackt («Das kommt, weil ich faul bin und mich einfach nie richtig vorbereite»).

Wieso haben Sie, nach Jahren mit Dostojewski und vielen deutschen Stoffen, «Die schwarze Spinne» gewählt? Gabs eine Initialzündung?Das ist ganz einfach. Ich hatte relativ wenig Pickel in meiner Pubertät, aber manchmal das Gefühl, dass da was ist, was rauskrabbeln kann. Und daraus kann man eine Welt schaffen. Der Gotthelf beschäftigt mich seit fünfzehn Jahren. Ich wollte den in Zürich schon unter Marthaler machen, aber dazu wollte ich mehr Schweizer im Ensemble haben. Jetzt haben sie auch so wenige. Am Anfang hatte ich wenigstens drei Schweizer: Hans Schenker, Irina Kastrinidis und Jean-Pierre Cornu. Jean-Pierre ist am 25. ?Dezember aber einem Zug nachgelaufen und hat sich einen vielfachen Waden- und Schienbeinbruch zugezogen.

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