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Trunkene Seelen auf der Himmelsleiter

Wie vereinigt man sich mit dem Göttlichen? Eine Ausstellung im Zürcher Museum Rietberg stellt ganz unmissionarisch religiöse Vergleiche an.

Es geht um nichts weniger als um Gott und den Weg zu ihm. Und darum, wie er erscheint und wie man sich mit ihm vereint und sich in ihm entgrenzt und erkennt, verliert und findet. Und wie eine Vereinigung zustande kommt durch Rausch oder Askese. Im Grunde ist es unmenschlich kompliziert auf dem Weg in den Himmel.

Aber die Ausstellung «Mystik – Die Sehnsucht nach dem Absoluten» im Zürcher Museum Rietberg ist sehr menschlich in ihrem inszenatorischen Grundgedanken (Gott sei Dank, wie man sagen könnte). Sie fasst Religionsvergleich und Religionsgeschichte in einen begehbaren Roman aus 40 Lebensläufen, 150 feinsten Artefakten und 30 multimedialen Ergänzungen. Und da ist es nun in bestem Sinn erstaunlich, wie mystische Individualitäten aus sechs Religionsgemeinschaften – Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Islam, Judentum und Christentum – sinnlich werden: in ihrer Zeit und Kultur; in ihrer eigenen staunenden Gottesahnung; in ihrem Glauben, der es zur strahlenden Sicherheit bringt; und im gelassenen, «gedankenlosen» Gebet, wie der Mystiker Johannes Klimakos (575 bis 650 n. Chr.) es sich auf der 27. Sprosse seiner «Leiter zum Paradies» vorstellte.

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