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Unauffällig erfolgreich

Roman Coppola, Spross einer Dynastie, hat sich selbst einen Namen gemacht.

Produziert unter anderem die Filme seiner Schwester Sofia: Roman Coppola. Foto: Rich Fury (Invision, AP, Keystone)
Produziert unter anderem die Filme seiner Schwester Sofia: Roman Coppola. Foto: Rich Fury (Invision, AP, Keystone)

Mit dem Nachnamen Coppola bleibe einem fast nichts anderes übrig, als ins Filmgeschäft einzusteigen, sagt Roman Coppola. «Das Kino gehört zu meinem Leben genauso selbstverständlich wie die Tatsache, dass ich jeden Tag etwas esse.»

Der 52-Jährige hat das Drehbuch zum Animationsfilm «Isle of Dogs» mitgeschrieben, einer schrägen Science-Fiction-Satire über Hunde, die auf einer japanischen Müllkippe leben. Der Film eröffnete die 68. Berlinale und konkurriert mit 18 anderen Werken um den Goldenen Bären. Coppola stellte ihn gemeinsam mit dem Regisseur Wes Anderson vor, mit dem er seit Jahren befreundet ist.

Erfinder von «Mozart in the Jungle»

Der Auftritt auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz ist für ihn aber fast schon eine Ausnahme, denn Coppola arbeitet am liebsten unauffällig im Hintergrund. Still und leise ist er in Hollywood zu einer festen Grösse geworden. Er produziert seit einigen Jahren die Filme seiner Schwester Sofia, zuletzt «The Beguiled» und «The Bling Ring». Ausserdem gehört er zu den Erfindern und Autoren der Amazon-Serie «Mozart in the Jungle», einer wilden Sittenkomödie über den New Yorker Klassikmusik-Betrieb, von der es bereits drei Staffeln gibt.

Roman wurde 1965 in Paris geboren, später zog die Familie nach San Francisco. Vor allem aber wuchs er auf den ständig wechselnden Sets seines Vaters auf. Als Francis Ford Coppola «Apocalypse Now» drehte, war Roman zwölf Jahre alt und hatte sich längst an die Parallelwelten gewöhnt, die sein Vater für viel Geld kreierte. Er erinnert sich: «Es ist erstaunlich, wie schnell man sich als Kind anpasst. Eine aufwendige Actionszene wie der grosse Napalmbombenangriff in ‹Apocalypse Now›, das war einerseits Wahnsinn, andererseits Alltag.»

Regieassistent bei «Dracula»

Als Roman älter wurde, bekam er Lust, das Kinohandwerk im Familienbetrieb zu erlernen. Er arbeitete als Regieassistent bei dem Film «Dracula» seines Vaters von 1992 mit. Kurz nach der Jahrtausendwende legte er sein Regiedebüt «CQ» vor, eine gnadenlose Retroparodie seiner Familiengeschichte, angesiedelt im verrauchten Paris der Sechzigerjahre. Der Film war finanziell kein grosser Hit, hatte aber eine Fangemeinde in der New Yorker Hipsterszene, die Coppola nur zu gern adoptierte und ihm lukrative Jobs verschaffte. Mittlerweile hat Roman von seinem Vater die Leitung der Produktionsgesellschaft American Zoetrope übernommen, die junge Filmemacher fördert und fast alle Filme der Familie koproduziert. Im vergangenen Jahr war das die Romanze «Paris Can Wait», mit der seine Mutter Eleanor Coppola mit Anfang achtzig ihr Regiedebüt gegeben hat.

Dreht sich denn in dieser Filmdynastie alles nur ums Kino? Nicht ganz, sagt Roman Coppola. «Wenn wir alle zusammenkommen, dann reden wir eigentlich hauptsächlich über das Essen.»

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