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Verachtung für den Beisser

Wer das Beisstabu übertritt, bekommt die ganze Härte zivilisatorischer Verachtung zu spüren. Oder wie war das im Chindsgi?

Die Bisswunde: Italiens Giorgio Chiellini beschwert sich nach der Bissattacke von Uruguays Stürmer Luis Suárez.
Die Bisswunde: Italiens Giorgio Chiellini beschwert sich nach der Bissattacke von Uruguays Stürmer Luis Suárez.
Keystone
Der Schauspieler: Uruguays Luis Suárez ging nach seiner üblen Tätlichkeit zu Boden und griff sich an die Zähne, mit denen er zuvor zugebissen hatte.
Der Schauspieler: Uruguays Luis Suárez ging nach seiner üblen Tätlichkeit zu Boden und griff sich an die Zähne, mit denen er zuvor zugebissen hatte.
Keystone
Suárez hatte bereits zweimal auf Clubebene zugebissen – die Häme im Internet kam umgehend.
Suárez hatte bereits zweimal auf Clubebene zugebissen – die Häme im Internet kam umgehend.
Keystone
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Im Chindsgi beissen wir noch, nicht nur ins Znünibrot, auch mal bei einer Rauferei in den Arm eines Kollegen. Dann wird es uns abgewöhnt, aber radikal. Wenn sich Erwachsene prügeln, dann schlagen, boxen, treten sie; neuerdings auch über den Punkt hinaus, wo der Gegner schon aufgegeben hat. Schlimme, manchmal tödliche Verletzungen kommen so zustande. Aber Bisse werden auch von den schlimmsten Hooligans nicht bezeugt. Sie sind aus dem Repertoire des Kampfes verbannt, erträglich nur noch als Metapher, wenn man etwa von einer Kritik mehr Biss verlangt.

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