Von «covfefe» bis «witch hunt»

Donald Trumps Tweets haben ein eigenes Museum in New York – präsentiert von Satiriker Trevor Noah.

«Transparent und undurchsichtig»: Das besondere Spannungsfeld der Trump'schen Tweets.

«Transparent und undurchsichtig»: Das besondere Spannungsfeld der Trump'schen Tweets. Bild: TIMOTHY A. CLARY/AFP

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Die Twitter-Botschaften von Donald Trump polarisieren, beleidigen und geben bisweilen Rätsel auf – nun sind die Tweets des US-Präsidenten Gegenstand einer musealen Ausstellung in New York. Von Freitag bis Sonntag ist die «The Donald J. Trump Presidential Twitter Library» in New York geöffnet. Hinter der ungewöhnlichen Ausstellung steht die US-Satiresendung «The Daily Show» des Senders Comedy Central.

Der südafrikanische Satiriker Trevor Noah stellt an diesem Wochenende in der 57. Strasse Trumps Twitter-Botschaften vor. «Nie zuvor ist ein Präsident so transparent und gleichzeitig so undurchsichtig gewesen», beschrieb «Daily Show»-Moderator Noah am Freitag das besondere Spannungsfeld der Trump'schen Tweets.

In der kostenlosen Ausstellung werden die unterschiedlichsten Facetten der präsidialen 140-Zeichen-Botschaften durchleuchtet. So können Besucher der «Twitter Library» etwa auf einer Karte erkennen, welche Länder Trump in seinen Kurzbotschaften am häufigsten erwähnte. Deutlich wird auch, dass Trump über die Tweets insbesondere seinen Amtsvorgänger Barack Obama immer wieder hart anging.

Von besonderem Wert für die Nachwelt?

Bei der Ausstellung unweit des Trump Towers haben die Besucher auch die Möglichkeit, auf einer goldenen Toilette sitzend eigene Tweets zu verbreiten. Die Idee der Satiriker zu der Tweet-Sammlung spielt auf eine besondere Tradition in den USA an – die Präsidentenbibliotheken, in denen Dokumente der jeweiligen Präsidentschaft von besonderem Wert für die Nachwelt aufbewahrt werden.

Zuletzt kamen tatsächlich Forderungen nach einem Gesetz auf, das die Archivierung von Twitter-Botschaften des US-Präsidenten regeln soll. Vor dem Hintergrund der mysteriösen Trump-Twitter-Wortschöpfung «covfefe» forderte der demokratische Abgeordnete Mike Quigley, dass künftig auch alle digitalen Botschaften Trumps in sozialen Netzwerken archiviert werden müssten, so wie es bereits mit anderen präsidialen Verlautbarungen geschehe.

Mit dem Wort «covfefe» in einem Tweet vom 31. Mai hatte Trump für Verwirrung und Spott im Netz gesorgt. «Despite the constant negative press covfefe» (Trotz der anhaltend negativen Presse covfefe), schrieb der 70-Jährige damals kurz nach Mitternacht – den Tweet löschte er später zwar, scherzte aber auch darüber.

Wiederholt löschte Trump Nachrichten mit Tippfehlern. Der US-Präsident hat bei Twitter 32 Millionen Follower. Er nutzt den Kurzmitteilungsdienst seit 2009. (ij/AFP)

Erstellt: 17.06.2017, 20:46 Uhr

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