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«Oliver verhält sich wie ein öffentlicher Ankläger»

Ein neuer Typ Intellektueller? Der Late-Night-Host John Oliver. Foto: Redux, Laif

Täuscht der Eindruck, oder können Wissenschaftler heute keine Debatten mehr führen, die für unsere Gesellschaft relevant sind?

Etwa mit der Bologna-Reform, die zu einer Verschulung geführt hat.

Wem?

Die TV-Comedians?

John Olivers Anklagen sind aber sehr unterhaltsam.

Die Geisteswissenschaften hätten auch Chancen, packen sie aber nicht.

«Die Debatte dreht sich um Stars und Sternchen und verliert so an gesamtgesellschaftlicher Relevanz.»

Ausgerechnet Foucault, der meistzitierte Autor in den Geistes- und Naturwissenschaften?

Das klingt ja erst mal sympathisch.

Für Sartre war der Intellektuelle einer, der sich «in etwas einmischt, was ihn nichts angeht».

Wirklich?

Viele Frauen würden Ihnen widersprechen, da mit #MeToo auf Übergriffe hingewiesen wird, die nicht aus unabhängiger Warte beschrieben werden können. Oder sie wären nie öffentlich geworden.

«In vielen Fällen ist nicht mehr klar, ob nun die Frauen Opfer sexueller Übergriffe oder die Männer Opfer medialer Rufmordkampagnen geworden sind.»

Nun jagt ein Skandal den anderen.

Etwa beim Comedian Aziz Ansari, den man nach einem misslungenen Date des Missbrauchs beschuldigte.

Dann sollten wir den traditionellen Intellektuellen wiederbeleben, der für andere sprechen kann?

Das ist doch nicht Ihr Ernst!

Sie haben mal von einer «Polarisierungssymbiose» gesprochen. Was meinen Sie damit?

«Nun führen wir eine Alles-oder-nichts-Debatte, die absurde Züge trägt.»

Beispiele für solche Provokationen fallen uns sofort ein: Roger Köppel liest eine Göring-Biografie und zeigt sich angetan vom Nazi als Mensch.

Das sieht man aktuell bei No Billag.

Was tun? Einen Blog gründen, wie dies Ihre Zürcher Unikollegen gemacht haben, die von dort aus die Rechten kritisieren?