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«Wir werden ärmer werden»

Der Historiker Philipp Blom hat sich mit den Jahren vor den beiden Weltkriegen befasst. Heute, sagt er, stünden Europa grosse Umwälzungen bevor.

«Es geht nicht um Hunger, sondern um zweimal Auslandferien pro Jahr», sagt Philipp Blom. Foto: Doris Fanconi
«Es geht nicht um Hunger, sondern um zweimal Auslandferien pro Jahr», sagt Philipp Blom. Foto: Doris Fanconi

Sie haben die Zeit vor Ausbruch des Ersten wie des Zweiten Weltkriegs untersucht. Wir fragen besorgt: Was kommt als Nächstes?

Mich interessieren Scharnierpunkte in der Geschichte. Ich habe gerade ein Buch fertig geschrieben über die Kleine Eiszeit im 17. Jahrhundert, als das Klima in Europa um zwei Grad kälter wurde. Mich reizt die zoologische Perspektive: Wenn sich die Bedingungen verändern, muss sich die Population des Homo sapiens wie die von Ameisen oder Singvögeln anpassen, muss sie emigrieren oder aussterben. Das ist in der Kleinen Eiszeit passiert: Europa hat sich verändert, den Kapitalismus erfunden. Diese Veränderung hat einen Ausweg aus der Krise gezeigt. Heute sind wir auch in einer Periode des Klimawandels. Aber mit Wirtschaftswachstum wird man die Krise nicht mehr bewältigen können.

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