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Kann man Krankheiten «machen»?

Psychoanalytiker Peter Schneider beantwortet Fragen zur Psychologie des Alltagslebens.

Neuerdings höre ich auch von Ärzten, dass man eine Krankheit «macht» – also eine Grippe oder einen Krebs. Was denken Sie darüber? S. B.

Lieber Herr B.

Dass jemand einen «Herzinfarkt gemacht» hat, habe ich zum ersten Mal vor 25 Jahren von einer Krankenschwester gehört. Sie wollte damit wohl keine originelle These zur Psychosomatik des Herzinfarkts mitteilen; offenbar sagt man das in ihren Kreisen so. Ich weiss auch nicht, ob es sich dabei möglicherweise um einen Helvetismus handelt. Sozusagen um eine Schweizer Variante des Goldenen Humors – Da händ Si aber e schöni Lungeentzündig gmacht! –, also um uneigentliche Rede, denn bekanntlich ist eine Lungenentzündung weder schön, noch hat man sie gemacht.

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