Das Boarding muss schneller gehen

Zwei Türen, freie Platzwahl, breitere Gänge: Airlines haben verschiedene Methoden, um Passagiere möglichst reibungslos an Bord zu bringen.

Anstehen, drängeln, warten: Boarding – im Bild in Moskau – gehört nicht zu den angenehmsten Aspekten des Fliegens.

Anstehen, drängeln, warten: Boarding – im Bild in Moskau – gehört nicht zu den angenehmsten Aspekten des Fliegens. Bild: Maxim Schemetow/Reuters

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Wer kennt das nicht: Das Einsteigen ins Flugzeug gelingt nur im Schneckentempo, Passagiere versperren den engen Gang, weil sie ihr Gepäck verstauen müssen. Das nervt nicht nur die Passagiere, sondern auch die Airlines, denn: Zeit ist bekanntlich Geld. Je länger das Boarding dauert, desto weniger Zeit verbringt das Flugzeug in der Luft und verdient Geld.

Viele Airlines sind dazu übergegangen, das Boarding gruppenweise zu starten: Bei den meisten Linien dürfen Passagiere der ersten Klasse und andere Vorzugsgäste als Erste einsteigen. Dann dürfen die Passagiere aus den hinteren Reihen ins Flugzeug und schliesslich die vorderen. United unterteilt die Passagiere sogar in gleich fünf Gruppen. «Wir haben eine Fenster-Mitte-Gang-Methode entwickelt», erklärt Sprecher Charles Hobart gegenüber CNBC. Dadurch müssten Passagiere am Gang nicht aufstehen, weil ihr Sitznachbar am Fenster oder in der Mitte später kommt.

Unterschiedliche Konzepte, mässiger Erfolg

Bei einigen Flügen von American Airlines dürfen Passagiere ohne Handgepäck als Erstes an Bord. Bei Southwest Airlines gibt es keine fest zugewiesenen Sitzplätze, so können alle Passagiere ihren Wunschplatz selbst wählen. Das spare Zeit, ist Southwest-Sprecher Brad Hawkins sicher. Wer allerdings einmal mit Ryanair geflogen ist, die das gleiche Konzept haben, hat vermutlich festgestellt, dass sich die Passagiere in den ersten Reihen knubbeln – und das Einsteigen nicht schneller geht.

In einigen Airports, etwa in Köln-Bonn, können Passagiere über die vordere und die hintere Tür boarden. Auch das spart Zeit. Und dann ist da die Idee des australischen Ex-Navy-Piloten Hank Scott: Der Side-Slip-Sitz lässt sich zur Seite drücken, dadurch wird der Gang breiter. «Man könnte das Boarden von Flugzeugen um bis zu 50 Prozent beschleunigen», ist sich Hank sicher. Bislang sind die Sitze aber noch nicht von der US-Luftfahrtbehörde FAA zertifiziert – also heisst es weiter: geduldig sein.

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Erstellt: 11.11.2013, 10:30 Uhr

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