Hintergrund

Schluss mit Check-in-Frust

Schlange stehen, in der Hitze nach dem Ticket suchen und den Pass aus der Tasche klauben: Stress beim Einchecken am Flughafen muss nicht sein. Neuen Methoden sei Dank.

Eine aussterbende Spezies: Der Check-in-Automat am Flughafen Zürich.
Video: Jan Derrer

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Neue Check-in-Formen sind auf dem Vormarsch: Mehr als ein Drittel aller Swiss-Passagiere ab Zürich checkt heute von zu Hause oder vom Büro aus über das Internet ein, Tendenz steigend. Eine andere Form davon, die Swiss separat auflistet (siehe Bildstrecke), ist das Mobile-Check-in via Smartphone oder Tablet-Computer. Es erfreut sich steigender Beliebtheit, allerdings auf eher tiefem Niveau bei einem Anteil von 4,7 Prozent.

Am Aufkommen ist auch das automatische Check-in, das im letzten Dezember eingeführt wurde und inzwischen von über acht Prozent der Swiss-Passagiere ab Zürich genutzt wird. Bereits bei der Buchung wird der Kunde automatisch eingecheckt und erhält 20 Stunden vor Abflug seine Bordkarte via E-Mail oder auf sein Smartphone. Am Flughafen muss er nur noch das Gepäck abgeben.

«Die Automaten sind eine Übergangstechnologie»

Während die neuen Eincheckmethoden am Flughafen Zürich immer populärer werden, sind die dortigen Self-Check-in-Automaten zunehmend verwaist. Der Nutzeranteil sank von gut 38 Prozent im Jahr 2010 auf heute knapp 25 Prozent. Deshalb wurden nun erste Modelle der sechsjährigen Automaten abgebaut. Im April wurde die Anzahl von 38 auf 34 Stück reduziert.

«Die veränderten Kundenwünsche zeigen, dass die Zeit der Self-Check-in-Automaten langsam vorbei ist», sagt Achim Schneider, Manager Hub Infrastructure Development bei Swiss, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Sind die Automaten also ein Auslaufmodell, das sich nie richtig durchgesetzt hat? Schneider winkt ab: «Sie sind eine Übergangstechnologie zwischen dem klassischen Check-in am Schalter und dem automatischen sowie dem Web-Check-in.» Dass einst diese Technologien kommen würden, habe sich schon bei der Entwicklung der Automaten abgezeichnet, so Schneider. Doch man habe die Passagiere nicht direkt ins Web-Check-in schicken wollen.

Nicht nur ältere Leute kommen an den Schalter

Mehr Automatisierung, weniger Personal: Will man Kosten einsparen und dafür dem Passagier die Arbeit aufbürden? «Klar ist auch Sparpotenzial vorhanden. Aber dies kann nicht separat betrachtet werden, denn es findet eine Art Neuverteilung der Kosten statt», so Schneider. «Hauptsächlich geht es darum, dem Passagier verschiedene Varianten des Eincheckens zu bieten und die begrenzte Infrastruktur am Flughafen besser zu nutzen – vor allem angesichts der steigenden Passagierzahlen.» Man könne so mit dem bestehenden Personalaufgebot effektiver auf die veränderten Bedürfnisse eingehen.

Schneider räumt ein, dass es immer Leute geben werde, die Bedienung am Schalter benötigen. Und das werde ihnen auch weiterhin angeboten. Er hält fest, dass der Schalter nicht, wie oft angenommen, meistens von älteren Personen aufgesucht wird. Die Kundschaft sei auch dort durchmischt.

Überangebot an Check-in-Möglichkeiten?

In Zukunft wird es laut Schneider mehr Web- und automatisches Check-in geben. Diese Entwicklung zeige sich auch in anderen Lebensbereichen, man denke beispielsweise ans E-Banking. «Wir rechnen damit, dass das automatische Check-in gegen Ende 2014 in einem Mass verbreitet sein wird, dass nur noch ein kleiner Restbestand an Self-Check-in-Automaten am Flughafen Zürich stehen wird.» In Zukunft würden sie sich eher in Richtung Service-Automaten entwickeln. Wenn ein Passagier beispielsweise kurzfristig noch seinen Sitzplatz ändern wolle, könne er dies an einem der Automaten tun.

Die älteren Methoden des Eincheckens werden also nicht gänzlich abgeschafft. Nun gibt es folgende Möglichkeiten (siehe auch in der Bildstrecke): Schalter, Self-Check-in-Automat, Web-Check-in, Mobile-Check-in und seit kurzem das automatische Einchecken. Herrscht nun ein Überangebot? Schneider verneint. «Ohne die verschiedenen Möglichkeiten wären bei der Gepäckabgabe am Flughafen Zürich zeitweise keine geordneten Verhältnisse mehr möglich.»

Erstellt: 25.07.2012, 14:07 Uhr

Bildstrecke

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Neue Check-in-Methoden verdrängen den Automaten Der Check-in-Automat ist tot – es lebe der Check-in-Automat. Doch obwohl das Einchecken via Internet, Smartphone oder Tablet auf dem Vormarsch ist, werden Automat und Schalter nicht ganz aussterben.

Swiss holt Gepäck zu Hause ab

Neu können Passagiere, die mit Swiss ab Zürich reisen, ihr Gepäck zu Hause oder im Hotel abholen lassen. Es wird direkt zur finalen Destination transportiert und kann vor Ort am Gepäckband in Empfang genommen werden. Die Passagiere können am Flughafen direkt zur Sicherheitskontrolle und zum Gate gehen. Der Service kann schweizweit bis 48 Stunden vor Abflug reserviert werden, sei es direkt bei der Onlinebuchung oder danach über Zurich-services.swissport.com. Der Tarif beträgt, je nach Distanz zwischen Wohnort und Flughafen Zürich, zwischen 54 und 128 Franken.

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