Wenn Siri fliegt

Eine neue Technik ermöglicht Piloten, das Flugzeug mit ihrer Stimme zu steuern.

Apples Siri: Sie ist im Vergleich zur Cockpit-Technik so was wie ein Primat. Und wir sind keine Piloten – daher ist unser Kommando bestimmt nicht das richtige.

Apples Siri: Sie ist im Vergleich zur Cockpit-Technik so was wie ein Primat. Und wir sind keine Piloten – daher ist unser Kommando bestimmt nicht das richtige.

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Joaquin Phoenix verliebt sich in dem Film «Her» in ein Betriebssystem – als Folge davon, dass die Spracherkennungssoftware in dem Film von Regisseur Spike Jonze so ausgefeilt ist, dass das Gegenüber das Gefühl hat, man habe einen echten Menschen vor sich. Und vielleicht auch ein bisschen als Folge davon, dass die schöne Scarlett Johansson dem Betriebssystem ihre Stimme geliehen hat.

Doch auch das Apple-Spracherkennungssystem Siri fasziniert die Menschen mit teils lustigen, sarkastischen und absurden Antworten. Und schon bald soll die Spracherkennung so weit sein, dass sie auch im Cockpit von Zivilflugzeugen Einzug hält – topseriös, versteht sich. Ein entsprechendes System hat die Firma Rockwell Collins entwickelt, berichtet der amerikanische Nachrichtensender CNN. Es mit Siri zu vergleichen, so die Entwickler, sei aber komplett falsch. Die künstliche Helferin des iPhones sei im Vergleich so etwas wie ein Primat.

Wertvolle Zeit gespart

Piloten können mit dem System ihre Befehle per Stimme eingeben. Das System wiederholt sie. Wenn der Befehl korrekt war, dann drücken die Piloten nur noch auf einen roten Knopf und er wird ausgeführt. Rockwell Collins meint, dass die Technik die zivile Luftfahrt revolutionieren könnte. Denn zum einen ist sie praktisch, zum anderen spart sie wertvolle Reaktionszeit, wenn die Piloten ein Kommando der Luftsicherung ausführen müssen.

Oft müssen sie so viele Knöpfe und Hebel bedienen, dass es fast eine Minute dauert, bis der Befehl beim Computer ankommt. Mit dem Stimmkommando würde sich diese Zeit massiv reduzieren. Und gerade im Notfall zählt eben jede Sekunde. Ausserdem kann die Stimme nicht in Panik danebengreifen.

Auch Akzente sind kein Problem

Und was ist, wenn man heiser ist? Einen komischen Akzent hat? Aus Versehen einen Versprecher einbaut? CNN hat das System getestet und versichert: Sowohl leises Flüstern als auch einen starken französischen oder einen Südstaatenakzent kann das Programm verstehen. Wenn man sagt «Lass uns heute Abend essen gehen» hingegen, antwortet der Computer nur, er verstehe nicht, ob man den Satz wiederholen könne. Denn das System reagiert nur auf Befehle, die auch programmiert wurden.

Und wann kommt die Technik ins Cockpit? Das dürfte noch eine ganze Weile dauern. Rockwell Collins arbeitet an einer ganzen Reihe Technologien, die sich anhören, als kämen sie aus einem Science-Fiction-Film. Mindestens zehn Jahre, schätzt die Firma, dürften also noch vergehen, bis es so weit ist. (lf/Aerotelegraph.com)

Erstellt: 08.11.2014, 10:18 Uhr

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