Übung 8 – 3-Runden-Lesestrategie

Statt in einer Stunde ein Buch zu lesen, geht es bei dieser Übung bloss um ein einziges Lehrbuch-Kapitel – dafür drehen Sie drei ganz unterschiedliche Runden.

Das Wissen horten: Wie es das Eichhörnchen mit dem Futter tut.

Das Wissen horten: Wie es das Eichhörnchen mit dem Futter tut.

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Sie wissen bereits, dass heute die 3-Runden-Strategie auf dem Programm steht. Für die einen wird diese Strategie neu sein, andere werden ähnliche Strategien verwenden. Unabhängig von Ihren Erfahrungen sollten Sie in dieser Übung die komplette 3-Runden-Strategie angehen. Nehmen Sie ein neues Kapitel aus einem Lehr- oder Sachbuch und gehen Sie wie in der Folge von letzter Woche (hier PDF öffnen) beschrieben vor. Später können Sie dann immer noch nach eigenem Gusto variieren. Die 3-Runden-Strategie ist anspruchsvoll, und natürlich genügt es nicht, diese während bloss einer Woche einzuüben. Doch über Ihre anfänglichen Freuden und Leiden können Sie allemal berichten.

Was mich in Ihren Beiträgen ganz besonders interessiert, ist Ihre Wahrnehmung des jeweiligen mentalen Modus’ sowie das Umschalten auf einen andern Modus: Spüren Sie zum Beispiel während der Adlerrunde, dass Sie Überblick gewinnen und das Ganze aus einer gelasseneren Distanz beurteilen können? Merken Sie, dass es Ihnen aus dieser Perspektive leichter fällt, zu entscheiden, was Sie weglassen wollen? Und wie ist es, in der Ameisenrunde die Informationsaufnahme zu unterbrechen und aufs Rekapitulieren umzuschalten? Oder gar in der Eichhörnchenrunde, wo Sie vom Überblick auf Einprägen, und vom Einprägen auf freies Abrufen mit lautem Erläutern umschalten müssen?

Tief in die Selbstbeobachtung eintauchen

Sie werden für die Beantwortung dieser Fragen tief in die Selbstbeobachtung eintauchen müssen, und ich bin deshalb äusserst neugierig auf Ihre Beiträge. Danke fürs Mitmachen! Wenn Sie uns bis Dienstag, 1. Juni schreiben, nehmen Sie zudem an der Verlosung teil.

Wie immer werde ich am Montag nach dem Verlosungstermin darauf zurückkommen. Wenn Sie das untenstehende Formular ausfüllen und auf alle Fragen eingehen, nehmen Sie automatisch am Wettbewerb teil (siehe Infobox Verlosung). Auch spätere Einträge sind willkommen.

Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse Übung 8

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  • Beatrice (56) am 04.06.2010 23:21 Uhr
  • Eigentlich habe ich gelernt Wort fuer Wort zu lesen? Und da ist bei mir der springende, wunde Punkt. Genauer, ich komme mit dem lesen eher langsam voran. Aber Dank den vorigen Uebungen, erlebe ich mit Ueberraschung, nach relativ kurzer Zeit, eine positive Aenderung. === Fuer diese Uebung waehlte ich mir ein Kapitel aus einem meiner Lernbuecher in das ich mich aufs Neue vertiefen will. === Ameise = emsig alles zusammen raffen, Notizen schreiben, markieren mit Symbolen, wobei nur ich deren Bedeutung kenne! === Adler = das Zusammengeraffte aus der Ferne betrachten. Was brauche ich nun wirklich? Was kann ich lassen und was ist mir wichtig? === Eichhoernchen = das ganze durchdenken, ueberarbeiten, ausfeilen und kuerzen. === Nun noch einmal zurueck zum Adler = Ehrlich, ich bin fast einwenig stolz, erleichtert, zufrieden wie ich diese Uebung so ueberfliege. === Erkenntnis = Es gibt etliches das man in aller Ruhe ablegen kann. Denn oft handelt es sich um Wiederholungen aus Buecher mit aehnlichen Themen. === Vielen Dank auch fuer diese Uebung.
  • Marie-Louise (64,5) am 01.06.2010 15:41 Uhr
  • Ulrike Draesner : VORLIEBE, den Sternen entgegen Institut für Extraterrestrische Physik 1.Adlersicht Weil mich „himmlische“ Dinge faszinieren, aus Neu- und Wissensgier, wähle ich Autoren, die mir voraus sind, Ulrike lebt mit einem britischen Aviatikspezialisten. Bildliche Text herauspickend, lese ich hüpfend und lasse keine Frust aufkommen, wären keine Bilder da, würde ich sie malen. 2.Ameisenrunde Unkontrollierbare Begebenheiten – hier Irrationales – für zu neuen Ansätzen, sind notwendige Einbrüche zur Ankunft von Neuem, hier der Unkontrollierbarkeit der Körperfunktionen in Raumfahrtprogrammen, sie ermöglichen die Wissenschafterin Wahrnehmung die Rezeption ihrer Vergangenheit. 3. Die Eichhörnchenrunde, raketenhaft und bodenständig, ist vergnüglich auch beim Rückwärtslesen, es ist ein zyklischer Wechsel, der uns mit dem Universum „verschwängert“, der sich gleichsam wie musikalisch/subtile Schwingungen bewegt. Erneut hüpfe ich durch den Text, zusehends persönliche Bilder an Erläuteren knüpfend, die mein Leben bewegen, eine umstandslose Ohnmacht, wie bei Pascal’s Unbegrenzbarkeit.
  • rita (75) am 30.05.2010 14:15 Uhr
  • Liebe frau steiner, mein elan ist ungeschwächt. Doch es sollte mir bei diesem neu ausgewählten buch nicht passieren, wie kürzlich, als ich einem hochinteressanten gespräch am tv folgte, das buch des autors bestellte, bei der lekture anhand der neuen vorgehensweise dann sehr bald erkannte, das würde ich nicht weiter zu verstehen suchen. Generell lese ich langsamer und bewusster seit ich ihre übungen mitmache. Der lesestress ist weg, lieber weniger als möglichst viel die devise. Darüber bin ich sehr erfreut. Danke. Es macht mir auch spass zwischen den verschiedenen modi zu wechseln, mir passt die abwechslung und ich will mich ja nicht, wie in einem romangeschehen aus der realität wegtragen und möglichst wenig stören lassen. An der konzentration muss ich noch arbeiten. Buch: Die andere Bildung – Autor: ernst peter fischer, naturwissenschafter mit dem versprechen, die lekture lustvoll nachvollziehen und naturwissenschaftliche zusammenhänge begreifen zu können. Kapitel 1 Einblick: wissenschaft als fenster denken Durch 7 weitere titel unterteilt. Anders als sonst beim lesen irgendeines buches merke ich mir den namen des autors ganz bewusst mit bildern, die mir helfen sollen, den namen zu verankern. Es interessiert mich, wie ein wissenschaftler sich die mühe nimmt, ohne populärwissenschaftlich zu sein, seine themen lustvoll und präzise an den normalen leser bringt. Und ich denke, dass ich diesmal dranbleiben kann. Ich mache mir zwischendurch notizen: beschreibungen, die ich memorieren und dem teddy vortragen möchte. Erstmal die ersten sätze der jeweiligen abschnitte gelesen, unterstrichen und verstanden, dass hier einer „seine“ wissenschaft gegenüber kulturwissenschaftlern anhand von 2 beispielen verteidigt. Schlüsselsätze markiere ich im buch. Nach dieser runde habe ich grosse lust auf alles weitere. diese 1. strategie, ganz bewusst durchgeführt - was früher viel weniger der fall war, auch wenn klappentext und vorwort immer den anfang machten – schafft vorfreude auf den inhalt bis zur ungeduld. In zukunft , das wird mir klar, werden mir buchbesprechungen viel leichter von der hand gehen da ich jetzt eine technik umsetzen kann, die mir vorher zu wenig bekannt war. Ich gehe über zur ameisenrunde für diesen ersten teil des 1. kapitels.
  • Karl (67) am 01.06.2010 10:42 Uhr
  • Die 3-Runden-Lesestrategie schien mir auf den ersten Blick eine Methode zu sein, die vor allem fürs Studium gedacht ist, denn wenn man sich im Berufsleben über neue Entwicklungen informieren muss, reichen normales Lesen oder auch das Scannen der eigentlich aus. Es gibt jedoch Sachbücher, mit denen ich mich aus rein persönlichem Interesse vertiefter auseinandersetzen will. So studiere ich momentan „Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ von Nathaniel Branden und habe mit einem der Kapitel auch einen ersten Versuch mit der 3-Runden-Strategie gemacht. Während der Adlerrunde, d. h. während des Scannens, realisierte ich, dass die Zwischentitel nicht immer hielten, was sie versprachen. Ebenso wurde mir gleich klar, dass ich die kleingedruckten Beispiele nicht nochmals anschauen muss. Das Umschalten auf die Ameisenperspektive war problemlos, da ich die Dinge unbedingt noch genauer lesen wollte, jedoch fiel mir der Wechsel auf das Reproduzieren nach jedem Abschnitt besonders zu Beginn ziemlich schwer. Bald ging es jedoch besser, denn ich merkte, wie enorm ich davon profitierte. In der Eichhörnchenrunde war mir dann das nochmalige Überblicken regelrecht ein Bedürfnis und ich sah mich auch ein wenig wie ein Eichhörnchen, das die goldenen Wissensnüsse einsammelt und mit Hilfe einer Mindmap auf einem postkartengrossen Post-it-Zettel hortet. Ich habe die Map auch noch memoriert und das Bild des Hortens hat mir dabei geholfen. Auf lautes Sprechen umschalten mochte ich jedoch nicht, obwohl ich es beim Sprachenlernen ab und zu praktiziere. Hatte wahrscheinlich schon so genug zu tun. Auf jeden Fall werde ich die Methode weiter praktizieren. Ich habe mich viel stärker mit dem Gelesenen auseinandergesetzt; es war ein belebendes intellektuelles Vergnügen und ich spüre noch jetzt eine tiefe Befriedigung.
  • Ruth (53) am 25.05.2010 23:59 Uhr
  • Es kommt mir vor, als sei ich aus einem Dämmerzustand erwacht, seit ich die Lernpower-Methoden kennengelernt habe! Ich darf gar nicht daran denken, wieviel Lebenszeit ich schon damit zugebracht habe, auf meinem blauen Lesesessel auf Buchseiten zu starren, ohne etwas vom Geschriebenen aufzunehmen... Seit ich die Eine Stunde pro Buch Technik anwende und mir Nahziele setze, scheint in meinen Tagen auf viel mehr Zeit Platz zu haben... Die 3-Runden Strategie habe ich letztes Wochenende erstmals anhand eines 180-seitigen Reclam-Sachbüchleins zum Thema Philosophie angewandt. Die Adlerrunde kostete mich als langsame Vielleserin einige Anstrengung; das Überfliegen fiel mir schwer, ich war stets versucht, hängenzubleiben. Nachdem ich meinem Hirn aber die Erlaubnis zum Scannen gegeben hatte, ging es plötzlich! Schlüsselbegriffe sprangen mir förmlich ins Auge - ich habe sie während des Lesens mit Leuchtstift markiert. Danach erstellte ich eine Liste, da ich kein Mindmap-Typ bin. In der Ameisenrunde füllte sich die Liste dann mit etlichen farbigen Pfeilen, Querverweisen. Die Eichhörnchenrunde habe ich nicht mehr ganz gewissenhaft absolviert; ich habe die Lektüre dieses Bändchens nun über Monate vor mich hergeschoben und immer wieder reingeschaut (resp. gestarrt!), sodass ich durch die beiden A-Runden nun genügend informiert bin über den Inhalt. Aller Anfang ist schwer - ich bin sehr glücklich, diesen nun geschafft zu haben! Ich verwende mittlerweile auch weniger Zeit für die Zeitungslektüre. Eine Adlerrunde und eine kurze Ameisenrunde genügt in den meisten Fällen. Vielen Dank, Frau Steiner!
  • Robert (46) am 25.05.2010 23:32 Uhr
  • Adlerrunde: Fühle mich beim Lesen frei, ich muss noch nichts (erreichen, erarbeiten); merke beim Überfliegen/ Durchblättern, worum es geht, und der Mindmap hilft sehr dabei, ein Gedankengerüst zu errichten. Ameisenrunde: Nach der Vorbereitung folgt das intensive und zielgerichtete Arbeiten. Es macht Sinn, Notizen in den vorbereiteten Mindmap zu machen. Ertappe mich dabei, wie ich fortlaufend Notizen zu machen versuche, statt zuerst den Abschnitt/ die Seite fertig zu lesen. Auf diese Art wird es anstrengender und ich mache Notizen zu Aspekten, die ich in einer Zusammenfassung weglassen würde. Eichhörnchenrunde: Fühle mich zufrieden, dass ich ohne Hilfe und ohne Memorieren den Mindmap nochmals im Wesentlichen aufschreiben kann. Um die erarbeiteten Inhalte auf lange Sicht zu behalten, ist es sicher notwendig, nach 1/ 3/ 7 Tagen (Karteikärtchen-Lernmethode) nochmals zu schauen, was hängen geblieben ist, und Unklares/ Vergessenes nochmals aufzuarbeiten. Was mir aufffällt: Auch bei Büchern, die ich mit grossem Interesse lese, kann ich nach 2 Monaten oft kaum mehr wesentliche Gedanken wieder geben. Könnte mir vorstellen, dass es bei dieser Drei-Runden-Methode bei solider Eichhörnchenrunde anders ist.
  • Katharina (70) am 01.06.2010 11:31 Uhr
  • Ich lese das Buch "Das vernetzte Gehirn. Seine lebenslange Entwicklung." von Norbert Herschkowitz. Es ist interessant für mich, als ehemalige Lehrerin an heilpädagogischen Schulen, und jetzt als Turnleiterin für Altersturnen. Das Buch lag vorwurfsvoll ein Jahr lang herum, ich dachte, es sei langweilig und schaute es nicht an. Schon während der ersten Runde, der Adlerrunde von Übung 8, änderte ich mein Vorurteil und wurde sehr neugierig darauf. Die Übung forderte meine ganze Konzentration. Die Stunde war kurz und anregend. Ich fühlte mich danach hellwach. Die Übung hat mir Energie gebracht und Ordnung in mein Hirn. Nicht nur für das Buch! Nachher hatte ich das zufriedene Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ich atmete EIN- und AUS. Adlerrunde: Adlergleich überfliege ich die Landschaft meines Buches. Zuerst sehe ich eine eintönige Wüste von Wörtern, Sätzen, Abschnitten. Mit der Zeit entwickelte sich in mir die Fähigkeit, vorauszuschauen, vorauszulesen. Wie ein Adler fokussiere ich den Blick auf mein Opfer: auf wichtige Begriffe und Informationen. Ein Jagdtrieb auf das Wesentliche überkommt mich und ich packe zu. Füllwörter und Details verschwinden im Hintergrund. Ameisenrunde: lesen und verarbeiten. In meinem Buch ist der erste Satz eines Abschnittes wie eine Überschrift. Der Rest ist Erläuterung. Jedes Kapitel ist nach dem gleichen Muster aufgebaut. Deshalb ist es für mich leicht zu verstehen. Ich kann die einzelnen Blöcke ordentlich in meinem Ameisenhaufen verstauen, (in meinem Buch) sortiert nach: Rahmengeschichte, allgemeine Infos zum Hauptthema, biologische und medizinische Infos, Auswirkung auf Persönlichkeit und Charakter, bei Krankheit Diagnose, Vorbeugung, Behandlungsmöglichkeiten. Eichhörnchenrunde: nochmals überblicken, einprägen, abrufen. Meinen gesammelten Vorrat an Wissen finde ich geordnet im Kopf, in grossen Zügen. Um Einzelheiten abzurufen, weiss ich, dass ich sie finden kann. Da ich mir die Seitenzahl und Kapitel für Wichtiges notiert habe, kann ich benötigte Informationen gut finden.
  • Elsbeth (63) am 18.05.2010 08:52 Uhr
  • Für die neue Übung wählte ich eines der Kapitel aus dem Buch Flow: Kapitel 3 Freude und Lebensqualität (35 dicht beschriebene Seiten). In der Adlerrunde verfertigte ich gleich nach der Strukturanalyse eine Mindmap mit den Titeln und Untertiteln und merkte dabei, wie ich sogleich in einen souveränen und aktiven Modus kam. Dann gleitete ich wie zuvor geübt über den Text, indem ich nur die Titel sowie jeweils den ersten Satz richtig las. Es ging schon besser und ich suchte aktiv nach Information, die mich interessierte und sah bei manchen Abschnitten, dass sie irrelevant waren. Das Interessante trug ich nach jedem Unterkapitel stichwortartig in die Mindmap ein. Mir fiel dabei auf, dass ab und zu ein Titel nicht zum dazugehörigen Inhalt passte; der Autor scheint nicht gerade ein Meister der Klarheit zu sein. Deshalb war auch der Überblick nicht so eindeutig, aber ich hatte immerhin eine Ahnung vom Ganzen und ging sehr neugierig in die Ameisenrunde. In dieser Runde fragte ich mich immer und immer wieder «Was will ich wissen?» Dies half enorm, alles Unwichtige wegzulassen! Ich hatte auch Lust, mehr Klarheit ins Ganze zu bringen und mein Rekapitulieren bestand im Ergänzen der Mindmap. Es kam mit fast vor, als würde ich das Chaos, das der Autor gemacht hatte, aufräumen (freiwillig). Interessant ist, dass ich beim normalen Lesen jeweils Mühe habe, aufs Rekapitulieren umzuschalten. Hier war es anders, vielleicht weil ich von Anfang an in einem aktiveren Modus war. In der Eichhörnchenrunde ging ich zuerst noch den Ungereimtheiten zwischen Titeln und Inhalt nach und siehe da, ich merkte, dass es gar nicht so ungereimt war. Weil in dieser Runde das Wissen gehortet wird, zeichnete ich die Mindmap völlig neu und etwas anders. Die acht Faktoren der Freude wurden auf drei kondensiert und auch der Unterschied zwischen Freude und Vergnügen ist nun klar herausgearbeitet – und ist auch in meinem Kopf! Fürs laute Erläutern konnte ich mich allerdings nicht überwinden. Aber dafür habe ich sonst ziemlich viel gearbeitet und auch gelernt und bin sehr zufrieden!
  • Eleonore (42) am 17.05.2010 21:24 Uhr
  • Diese drei-runden Strategie scheint mir besonders für das Lesen von Sachtexten interessant. Als Dolmetscherin muss ich mich oft in völlig fremde Gebiete einarbeiten. Das kann manchmal etwas entmutigend sein. Wenn ich einen Text in einem Fachgebiet/Umfeld lese, wo ich mich nicht auskenne, stelle ich fest, dass meine Konzentration nach ca. 10 Minuten nachlässt. Es hängt weniger an der Zeit, sondern daran, dass sich Informationen anhäufen, die bei mir völlig "unverankert" sind. Der Text wendet sich ja an Fachleute bzw. Insider und für mich ist alles neu, ich kann auf gar nichts aufbauen. Das war oft sehr entmutigend und nimmt einen die Lust, sich überhaupt an den Stoff heranzuwagen. Ihre Strategie, mehrmals mit verschiedenen Ansätzen zu lesen ist da sehr hilfreich. Es hat mir geholfen, "Pausen zu machen" anstatt verzweifelt abzubrechen. Ich sage mir "so, jetzt bin ich mit Informationen gesättigt, ich verdaue jetzt etwas dann komme ich zurück, eventuell mit konkreten Fragen an den Text." Ich finde auch die Abwechslung Lesen-Aufschreiben sehr nützlich. Das Aufschreiben verlangsamt das Lesetempo und ermutigt mich, noch einmal zurück zugehen, wenn ich einen komplexen Satz nicht verstanden habe. (Diese Taktik wende ich vor allem an, wenn ich einen komplexen Text, der vorgelesen wird, dolmetschen muss: dann reicht "Lesen" als Vorbereitung nicht, sondern ich mache "Gedächtnis-Notizen" des Textes auf einem separaten Blatt und dolmetsche dann von diesem). Was ebenfalls hilft, um in einen Text hineinzukommen ist laut vorlesen. Oder ihn vorgelesen bekommen. Oder mit einer Freundin/Kollegin darüber dikutieren. Oder mir von einem Fachmann einen Überblick über das Fachgebiet geben lassen und dann die Aussagen des TExtes mit den Aussagen des anderen Fachmannes vergleichen. Letztere Methode ist übrigens am effizientesten, weil Fachmänner "den Weizen von der Spreu" trennen können und ich im Gespräch mit ihnen viel leichter erfahren kann, was WIRKLICH wichtig ist (oft "nebeninteressen", die für einen Laien kaum nachvollziehbar sind.)

Erstellt: 12.05.2010, 14:36 Uhr

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