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Der jüngste Everest–Besteiger

Dreizehn Jahre ist er alt, der kalifornische Teenager Jordan Romero. Und was er vor hat, sprengt die Grenzen des Vorstellbaren.

Der legitime Nachfolger von Reinhold Messner: Jordan Romero.
Der legitime Nachfolger von Reinhold Messner: Jordan Romero.
Keystone
Im letzten Jahr stand Romero auf der Carstensz-Pyramide – dem höchsten Berg Ozeaniens.
Im letzten Jahr stand Romero auf der Carstensz-Pyramide – dem höchsten Berg Ozeaniens.
Keystone
Der Gipfelstürmer im Kreise seiner Familie: Mutter und Vater sind stolz auf ihren Spross.
Der Gipfelstürmer im Kreise seiner Familie: Mutter und Vater sind stolz auf ihren Spross.
Keystone
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Heute beginnt die fünftägige Fahrt zum Everest-Basecamp»: Allein die Reise von Kathmandu in Nepal zum Fuss des höchsten Berges der Welt ist ein Abenteuer, von dem 13-Jährige gewöhnlich nur träumen können.

Doch der kalifornische Teenager Jordan Romero meint es ernst mit dem Eintrag vom Wochenende auf seiner Internet-Homepage. Der 13 Jahre alte Junge will als jüngster Kletterer auf dem Gipfel des 8846 Meter hohen Berges stehen.

Kurz vor Beginn des gefährlichen und strapaziösen Abenteuers grinste der Schüler aus Big Bear Lake, einem Bergort rund 140 Kilometer östlich von Los Angeles, noch in die Fernsehkameras. Er wolle andere Kinder dazu anspornen, Sport zu treiben und die Natur zu erleben, erzählte der braunhaarige Lockenkopf dem US-Sender CNN. «Aber ein bisschen tue ich das auch für mich, um etwas Grosses zu machen», fügte er schnell hinzu.

Sieben höchste Gipfel als Ziel

Schliesslich hat Jordan schon fünf der «Seven Summits» - die höchsten Berge aller sieben Kontinente - bestiegen. Als zehnjähriger stand er auf dem Gipfel des Kilimanjaro in Afrika (5892 Meter) und der 2230 Meter hohen Spitze des Mount Kosciuszko in Australien.

Mit elf Jahren bezwang er den Elbrus in Europa (5642 Meter), Aconcagua in Südamerika (6959 Meter) und Mount McKinley in Nordamerika (6194 Meter). Nach Mount Everest würde nur noch Mount Vinson in der Antarktis fehlen.

Den 5140 Meter hohen Berg hat sich Jordan schon für Dezember vorgenommen. Schafft er sein Ziel, so würde er mit 14 Jahren als jüngster Bezwinger aller sieben Gipfel einen weiteren Weltrekord aufstellen.

Familienausflug

Kritik und Zweifel an der gefährlichen Kletterpartie seines Sohnes im Himalaya weist Paul Jordan zurück. «Der obere Teil des Berges ist buchstäblich ein Friedhof», räumte der Alpinist und Sanitäter im Interview mit dem Sender CBS ein.

«Aber ich habe hier einen unglaublich starken jungen Mann, dem ich mehr vertraue, als vielen professionellen Athleten, die ich kenne und mit denen ich arbeite», meint der Kalifornier. Auf allen Bergtouren wird Jordan von seinem Vater und seiner Stiefmutter begleitet.

«Natürlich ist es gefährlich oben auf dem Everest», pflichtet der Junge bei. «Das ist nicht zu übersehen, aber ich will mein Bestes geben.» Mehr als 200 Kletterer sind bei der Besteigung des Bergriesen im Himalaya bereits ums Leben gekommen, statistisch jeder Zehnte, der den Everest bezwingen wollte.

Hartes Training

Jordan ist nach eigener Einschätzung gut für das Abenteuer gerüstet. Zum täglichen Training gehörte Laufen mit einem schweren Rucksack und einem Reifen, den er als Gewicht hinter sich herzog. Dem Sender CBS zeigte er ein «Höhenzelt» in seinem Schlafzimmer, in dem er beim Schlafen seinen Körper an die Sauerstoffknappheit in der Höhe gewöhnen konnte.

Den Rekord als jüngster Mensch auf Mount Everest hält bisher Ming Kipa, eine Sherpa, die 2003 bei ihrem Gipfelsieg 15 Jahre und 9 Monate alt war. Sie hatte den 16 Jahre alten Temba Chiri als Rekordhalter abgelöst, der sein Gipfelglück teuer bezahlen musste. Er verlor 2001 auf dem Mount Everest mehrere Finger durch Erfrierungen.

Jagd nach Rekorden

Wenn Jordan im Juli seinen 14. Geburtstag feiert, dann will die gleichaltrige Holländerin Laura Dekker zu einem umstritten Rekordversuch starten und als jüngster Mensch alleine die Welt umsegeln.

Auf dem Meer tobt schon seit Jahren ein regelrechter Wettstreit zwischen jungen Hobby-Seglern um den fragwürdigen Titel. Schon zwei Mal hat ein Gericht in Utrecht Laura den Rekordversuch verboten, mit der Begründung sie sei für so eine gefährliche Solo-Tour noch zu jung und seelisch noch zu verletzbar.

Ende Januar war die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland in Kalifornien in See gestochen, um als bislang jüngster Mensch allein die Welt zu umsegeln. Seit Mitte Oktober befindet sich bereits ein anderer Teenager auf einer Weltumsegelung, die etwas ältere Australierin Jessica Watson. Beide könnten den bisherigen Rekordhalter Mike Perham (17) ablösen.

ddp/mrs

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