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Die Festtage sind «matchentscheidend»

Der Schnee ist da, die Wirtschaftslage bleibt aber angespannt: Die Ausgangslage für die Skigebiete in der Schweiz ist düster. Neue Attraktionen und Spezialtarife sollen dennoch viele Gäste anlocken.

Schönes Wetter ist für eine gute Saison wichtig: Skifahrerin in Nendaz, Wallis. (1. Dezember 2012)
Schönes Wetter ist für eine gute Saison wichtig: Skifahrerin in Nendaz, Wallis. (1. Dezember 2012)
Keystone

Dank der frühen Schneefälle sind einige Skianlagen bereits früher als geplant geöffnet. Nächstes und übernächstes Wochenende starten viele Skigebiete mit dem vollen Angebot in die neue Saison. Zumindest der Auftakt könnte besser ausfallen als im letzten Jahr.

Das wirtschaftliche Umfeld dürfte zwar nochmals für einen schwierigen Winter sorgen. Der frühe Schnee bereits im Oktober und jetzt wieder sorge für Winteratmosphäre im Unterland, «das bringt Lust auf Berge, Skifahren und andere Schneeaktivitäten», sagt Daniela Bär von Schweiz Tourismus. Das sei für den Start in die Saison optimal.

Auch wenn die schwierige Wirtschaftslage in Europa und die Frankenstärke weiterhin schwer auf dem Geschäft lasten, «der wichtigste Einflussfaktor bleibt das Wetter», hält Andreas Keller, Sprecher des Verbandes Seilbahnen Schweiz (SBS) fest.

Es sei «matchentscheidend, dass über die Festtage und dann in den Skiferienwochen im Februar gutes Wetter ist». Dies sind die frequenzstärksten Skitage. «Mit schönem Wetter und guten Festtagen über Weihnachten und Neujahr wäre ein Grundstein für eine gute Saison gelegt», sagt Keller.

Schlechteste Saison seit fünf Jahren

In der vergangenen Saison spielte neben dem Wirtschaftsumfeld auch das Wetter oft nicht mit: Vielerorts fiel erst kurz vor Weihnachten der erste Schnee, Pisten konnten erst spät präpariert werden, zwischen Weihnachten und Neujahr sorgte ein Sturm für Betriebsausfälle bei einigen Seilbahnen und im Februar hielt die eisige Kälte viele vom Skifahren ab.

Laut dem Genfer Unternehmensberater Laurent Vanat war die Saison 2011/12 mit 24,8 Millionen Skifahrertagen die schlechteste seit fünf Jahren. Gegenüber der vorangegangenen Saison schnitt sie um 4,8 Prozent schlechter ab, gegenüber dem Fünfjahresmittel beträgt das Minus gar 8,7 Prozent.

Obwohl mehr Gäste aus dem fernen Ausland anreisten, sei es eine Illusion zu glauben, die Chinesen und Russen würden die fehlende Frequentierung auffangen, erklärt Vanat.

Es gelte darum in erster Linie, mehr inländische Kunden anzulocken und den Rückgang der «Baby-Boomer» auszugleichen. Die Schweizer Skiorte müssten sich international durch ein besonders attraktives Angebot von billigeren ausländischen Konkurrenten abheben.

Neue Attraktionen

Wichtig für die Destinationen ist die Attraktivität des Skigebietes. Insgesamt nimmt die Zahl der Skianlagen zwar seit Jahren ab, dennoch gibt es einige spektakuläre Neu- und Ersatzbauten.

Andreas Keller vom Seilbahn-Verband verweist etwa auf neue 10-Personen-Gondel-Bahnen in Vercorin VS und Savognin GR sowie eine neue 16er-Gondelbahn in Melchsee-Frutt OW.

Speziell ist auch ein neuer 6er-Sessellift in Laax GR, der sich nach Verlassen der Talstation um 45 Grad dreht, um eine optimale Aussicht zu bieten. Und in Engelberg OW können Touristen neben dem Skifahren neu auf der höchstgelegenen Hängebrücke Europas auf dem Titlis einen besonderen Kick holen.

In mehreren Skigebieten wurden Bergrestaurants erneuert und auch hier oft die Panoramaaussicht verbessert, wie Keller sagt. Zahlreiche Skistationen bieten vergünstigte Kombiangebote für Übernachtung und Skipass, für Skimieten und auch Kinder und Jugendliche werden mit Spezialtarifen umworben.

Prognose leicht negativ

Dennoch gehen die Ökonomen von Bakbasel davon aus, dass die Zahl der Hotelübernachtungen in der Schweiz in der angelaufenen Wintersaison um 0,9 Prozent abnehmen wird.

Insbesondere inneralpine Skigebiete, die weiter weg von den Schweizer Städten auf ausländische Mehrtages-Touristen besonders angewiesen sind, dürften nochmals leiden, sagte Keller. Dem wolle etwa der Walliser Wintersportort Grächen entgegen wirken, indem einige Betriebe wiederum einen Euro-Wechselkurs von 1,35 Franken offerieren.

SDA/bru

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