Dieses Rössli geht viral

Sie traben wie Pferde, klettern wie Affen und kriechen wie Echsen. Manche Menschen haben seltsame Hobbys.

Zum Verwechseln ähnlich: Die Norwegerin Ayla Kirstine macht Pferde nach. Quelle: Youtube


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Kürzlich ging ein Youtube-Video viral, bei dem man zweimal hinsehen musste. Eine junge Frau läuft da – bildmässig leicht verwackelt – auf allen vieren auf einer Wiese umher. Im ersten Moment glaubt man an einen Streich nach ein paar Bieren zu viel. Doch weit gefehlt: Ihr Gehopse ist alles andere als ungelenk oder irgendwie peinlich. Die blonde Frau kann – oha – geschmeidig traben, sie kann prima galoppieren und ja, sogar richtig elegant springen wie ein Pferd. Ihre Bewegungen sind dabei so täuschend echt, dass sie es locker mit den tierischen Pendants aufnehmen könnte.

Das talentierte Pferdemädchen ist die Norwegerin Ayla Kirstine. Sie hat sich die Gangarten selbst beigebracht, einfach so, weil sie Pferde faszinieren, wie sie dem Onlinemagazin «Insider» berichtete. Als Kind war sie in Hunde vernarrt und hat deshalb zum Spass erst deren Laufstil nachgeahmt. Als sie dann zum Rossfan wurde, weitete sie ihr tierisches Laufrepertoire nach und nach aus.

Fit mit Animal Flow

Schaut man sich im Internet etwas um, merkt man schnell: Ayla Kirstine ist nicht die Einzige, die Tiere perfekt nachahmen kann. Auf dem Instagram-Account «_jumping.like.a.horse_» ist eine weitere junge Frau seit rund sechs Jahren daran, ihren Springstil über hohe Hindernisse zu optimieren – inzwischen wirkt die Sportlerin geschickter als ein Pferd. Ihr Rekord: 1,47 Meter.

Körperspannung bis in die Zehenspitzen: Die junge Sportlerin springt eleganter als ein Pferd. Quelle: Instagram

Irgendwann stösst man beim Stöbern im Netz auf das unglaubliche Video eines durchtrainierten Mannes, der so grossartig Schimpansen imitiert, dass man dahinter erst ein Fake vermutet. Aber den Affenmann gibt es wirklich. Es ist der kanadische Stuntman Eli Martyr, von Haus aus Kampfsportler und Traceur, der sich für den Film «Planet der Affen: Survival» diverse Monkey-Moves aneignen musste. Das Resultat ist schlicht atemberaubend.


Täuschend echt: Der Stuntman Eli Martyr macht den Affen. Quelle: Youtube

Dass man sich mit Tierbewegungen auch fit halten kann, haben findige Lifestylisten schon vor Jahren entdeckt. Animal Flow nennt sich diese Art des schweisstreibenden Workouts aus den USA, bei der man diverse Kriech-, Geh- und Springtechniken durchexerziert, natürlich immer auf allen vieren.


Weck den Bären in dir: Beim Fitnesstrend Animal Flow wird man zum Tier. Quelle: Youtube


Animal Flow ist aber auch tierisch anstrengend. Nicht alle Fortbewegungsstile eignen sich für Anfänger. Quelle: Youtube

Besonders beliebt: Bären, Echsen, Krabben, Enten und Frösche. Zebras und Skorpione eignen sich offenbar für Fortgeschrittene. Das Training sieht teilweise ziemlich mühsam aus und manchmal auch recht bescheuert. Aber: Der Fitnesstrend soll Muskeln, Koordination und Beweglichkeit fördern.

Trend Hobby-Horsing

Nicht ganz so raffiniert, aber immer noch tierisch anstrengend ist eine Fun-Sportart, die ihren Ursprung in Finnland hat und seit ein paar Jahren auch in der Schweiz praktiziert wird: das Hobby-Horsing. Vorwiegend junge Mädchen ahmen dabei Reitturniere nach, und zwar so, dass sie selbst – also statt des Rosses – Dressur- und Springreiten machen. Ihr Markenzeichen sind dabei selbst gebastelte Steckenpferde, die sie sich während des Reitparcours zwischen die Beine klemmen. In Finnland ist Hobby-Horsing durchaus populär, seit acht Jahren werden sogar Meisterschaften durchgeführt, dieses Jahr mit über 400 Teilnehmenden.

Traben, Galoppieren, Springen: Finnische Hobby-Horsing-Meisterschaften 2019. Quelle: Youtube

In der Schweiz hat die Zürcher Reittherapeutin Nicole Leuenberger Ende Mai das allererste Hobby-Horsing-Turnier durchgeführt – rund 60 Begeisterte zwischen 3 und 15 Jahren nahmen daran teil, darunter auch drei Buben, wie die Veranstalterin sagt. «Natürlich ging es bei den ganz Kleinen vor allem um Spass, die Grösseren nahmen die Sache aber schon ziemlich ernst.» Leuenberger weiss, dass der Trendsport hierzulande noch belächelt wird. Aber vielleicht nicht mehr lange, denn bei Mädchen wird Hobby-Horsing immer beliebter. Ausserdem ist das Pferdenachmachen laut Leuenberger durchaus anspruchsvoll: «Man muss gut beobachten sowie nachahmen können und die Grundbewegungen Schritt, Trab und Galopp sind gut für die Motorik.» (lm)

Erstellt: 31.07.2019, 10:52 Uhr

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