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Peter, Pipilotti und Antonius von Padua

Eine Wanderung mit Tiefgang: Die Schmidheinys, die Appenzeller und die Wiedergeburt des «Alpenhofs». Im St. Gallischen und den beiden Appenzell gibt es nicht nur viel zu sehen sondern auch viel zu entdecken.

Wanderstart im sehr modernen Heerbrugg.
Wanderstart im sehr modernen Heerbrugg.
Thomas Widmer
Wegweiser zum Schmidheiny-Weingut.
Wegweiser zum Schmidheiny-Weingut.
Thomas Widmer
Kurz vor Wanderende beim Kaien.
Kurz vor Wanderende beim Kaien.
Thomas Widmer
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Das innerrhodische St. Anton, 1100 Meter über Meer, ist Passweiler, Ort mit Wirtschaft, Aussichtspunkt und ist in dieser Kombination eine grossartige Sache. Das Panorama vor allem macht es aus. Man hat das Rheintal zu Füssen, sieht auf die Gipfel Vorarlbergs, die Alpen des Rätikon, das Säntismassiv. Und der Bodensee ist da auch noch.

Einmalig. Ich stellte das soeben wieder fest und war begeistert, als ich mit einem Redaktionskollegen auf St. Anton den Innerrhoder Landammann Carlo Schmid interviewte.

Heerbrugg und die Schmidheinys

Mir kam gleichzeitig die St. Anton-Wanderung vom letzten Sommer zurück in den Sinn. Mein Grüpplein und ich, wir starteten damals in Heerbrugg, Kanton St. Gallen. Der Ort ist seit der mittelalterlichen «Herbruck» über die Aich ein stolzer Verkehrsknotenpunkt; gleichzeitig ist er schnöde aufgeteilt auf die vier Gemeinden Au, Balgach, Berneck, Widnau.

Und was man über Heerbrugg auch wissen sollte: Die Unternehmer-Dynastie Schmidheiny wurzelt hier, deren Aufstieg sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog. Der heutige Unternehmer und Milliardär Thomas Schmidheiny (Holcim): ein Urenkel jenes Jacob Schmidheiny, der aus dem Kleinbauernmilieu kam und in die örtliche Ziegelei einstieg.

Schön ist dieses Heerbrugg leider nicht, die neugestaltete Einkaufszone ist doch eher steril. Stilvoll und stolz ist aber das Schloss, dessen Vorgängerfestung der St. Galler Abt 1077 erbauen liess. In der Neuzeit gehörte das Schloss lange den Schmidheinys, bis sie es vor Jahren an einen örtlichen Unternehmer verkauften.

Zwischen Inner- und Ausserrhoder Gebiet

Und damit ab in Wald und Wiese. Die nächsten Stunden führen stetig aufwärts. Konfus die territorialen Verhältnisse: Nach dem Start im Kanton St. Gallen gehen wir auf Innerrhoder, dann kurz auf Ausserrhoder, dann wieder auf Innerrhoder und schliesslich wieder auf Ausserrhoder Gebiet. Die Appenzeller separierten sich 1597 aus konfessionellen Gründen. Der Grenzverlauf in der Gegend ist zum Teil von einzelnen Gehöften abhängig, deren Bewohner einst entschieden, ob sie katholisch bleiben oder den neuen Glauben annehmen wollten.

Während wir von Heerbrugg via Klee nach Steingacht halten, wird die Sicht immer besser. Bei Steingacht können wir in der «Rose» einkehren; der «Grüne Baum» ist noch zu, wird aber im Mai wieder öffnen. Hernach biegen wir links in den Stechlaub-reichen Wald. Und wieder steigen und steigen wir bis St. Anton vor uns liegt.

In der gleichnamigen Wirtschaft, einem hübschen Neubau samt Terrasse mit Fernblick, agiert die Familie Manser, die ihre Sache zuvor auf dem Höch Hirschberg, ebenfalls Innerrhoden, tadellos machte. Mein Tipp: Zum Dessert den Bereflade probieren. Den lauwarmen Birnenkuchen, der einem im Mund zergeht.

Die Wiedergeburt des «Alpenhofs»

Nach der Einkehr gehen wir auf der Passstrasse weiter und sehen zwei interessante Gebäude. Der «Alpenhof», früher ein Kurhaus, ist jetzt ein Kultur- und Künstlerhaus. Seine Wiedergeburt verdankt er dem Einsatz von Leuten wie Schriftsteller Peter Weber, Künstlerin Pipilotti Rist, Filmer Peter Mettler. Das andere markante Gebäude ist eine Kapelle, gewidmet dem Antonius von Padua, Weggefährte des Franz von Assisi und ein Prediger, dem sogar Fische gern lauschten.

Somit wäre der Name unseres Wanderziels erklärt. Im Folgenden halten wir durch schönes Hügelland hinab zum Kaien, einer Bushaltestelle mit wieder einer guten Wirtschaft, dem «Rössli». Beladen mit Eindrücken und Kalorien, reisen wir am Ende heim.

TA-Reporter Thomas Widmer stellt jeden Donnerstag eine Route vor.

Neuer Wanderführer mit 52 Routen: «Zu Fuss. Die verschwundene Seilbahn», Echtzeit, www.echtzeit.ch

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