Der Champion im Test: Die Nationalmayonnaise

Welche Fertigmayo schmeckt wie gut? Und ist bio wirklich besser? Wir haben zehn Produkte getestet.

Erst die Mayonnaise macht das Sandwich zum Leckerbissen. Foto: George Ksandr, Interfoto

Erst die Mayonnaise macht das Sandwich zum Leckerbissen. Foto: George Ksandr, Interfoto

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Manchmal denken wir an einen Apérohit der Siebzigerjahre zurück – russische Eier. Dabei handelte es sich im Grunde um hartgekochte Eier mit Mayonnaise und Kräutern, Kaviar, falls vorhanden. Sie sind heute von den Buffets verschwunden, doch so schlecht, sind wir ehrlich, haben die gar nicht geschmeckt. Dafür ist es üblich geworden, auch in der Schweiz nachzufragen, ob man zu Pommes frites lieber Ketchup oder etwa Mayo hätte – und manchmal entscheiden auch wir uns für Letzteres.

Aber welche Tubenmayonnaise schmeckt am besten? Aussehen tun sie alle ähnlich, ausnahmslos bestehen sie aus gut vier Fünfteln Speiseöl – nur der Geschmack ist nicht immer derselbe.

Aufgefallen ist bei der Auswertung des Blindtests – wir haben die Mayonnaise gelöffelt und dazu neutrales Weissbrot gegessen –, dass «bio» nicht automatisch «besser» heisst. Und dass es eine Art Durchschnittsgeschmack gibt, auf den man sich einigen kann. Und so dürfte mancher auch schon erahnen, wer diesen Mayonnaise-Contest gewonnen hat: die Nationalmayo von Thomy, die mit dem so amerikanischen y am Ende.

Der Kompromiss

Thomy, 2.50 Franken, 265 g (100 g: 0.95 Franken), diverse Bezugsquellen

Wir hatten sie beide nicht auf dem ersten Platz – aber insgesamt schnitt sie doch am besten ab: Thomy aus dem Hause Nestlé. Etwas viel Essig in der Nase, geschmacklich ausgewogen, das Aroma der anderen Speisen unterstützend. Vielleicht eine Spur zu «senfig»? Unklar, ob man das von einer Mayonnaise behaupten kann: Sie hat sogar eine gewisse «Leichtigkeit».

Mit wässriger Tomate Denner Mayonnaise, 1 Franken, 265 g (100 g: 0.35 Franken), Denner

Der Essigduft ist sehr dezent. Auffallend sind die etwas dickliche Konsistenz, die Zitronigkeit und die im Vergleich etwas höhere Salzigkeit. Das passt wunderbar zu unserem Weissbrot und bestimmt noch viel besser zu einer wässrigen Tomate. Eher nicht zu Fischstäbchen. Die leichte Bitterkeit im Finale kann stören, muss aber nicht.

Die Standhafte

Bio Mayonnaise, 2.20 Franken, 265 g (100g: 0.60 Franken), Migros

Hart, wenn man im Blindtest merkt, dass die eigene «Haus-Mayo» gar nicht so toll mundet, wie man dachte... Da ist ein Essigstich in der Nase. Eine gewisse Frische ist da, an Leichtigkeit mangelt es aber. Einen Pluspunkt bekommt sie jedoch, weil ihre Standhaftigkeit nicht zu überbieten ist: Sieht auch nach einer Stunde noch toll aus!

Anfangs hui, nachher naja

Demeter Mayonnaise, 3.90 Franken, 185 g (100 g: 2.10 Franken), diverse Bezugsquellen

Riecht eher unscheinbar und hat einen leicht süsslichen Auftakt, was ihr eine künstliche Note verleiht. Und genau das ist seltsam, denn mehr Bio geht nicht. Leider schmecken wir auch etwas leicht Ranziges, das selbst im Gurkensandwich noch auffallen würde. Die Säure ist okay, Salz dürfte es etwas mehr haben.

Die Langweilige

Mayonnaise Classic, 1.55 Franken, 265 g (100 g: 0.60 Franken), Migros

Französische Köche hätten ihre Freude an dieser Mayonnaise (diese schicke Erscheinung!). Sie ist eine Allzweckwaffe, die jeden Snack aufwertet – selbst wenn sie mit Weissbrot etwas pampig wird. Sie ist mundfüllend, schön säuerlich und punktgenau im Salzgehalt und deshalb eben auch: etwas langweilig. Bleibt aber bis zuletzt angenehm im Aroma.

Ohne Fehltöne, aber...

Hugo, 2.75 Franken, 180 g (100 g: 1.50), Coop

Wow. Wir schmecken erst einmal... keinen einzigen Fehlton. Und empfinden ganz viel Liebe. Dass hier ausnahmsweise mehr Senf als Essig verwendet wird, kann man deutlich schmecken – uns stört das nicht. Abzüge gibt es, weil die Mayo-Tupfer wegzufliessen scheinen, nach kurzer Zeit schon. Da hilft es auch nicht, dass sie eine satte gelbe Farbe aufweist.

Salzig

Le Gusto Mayonnaise Classic, 0.99 Franken, 265 g (100 g: 0.38 Franken), Aldi

Was für ein blasses Ding! Duftet aber gut, das geben wir zu, eine leichte Essignote scheint toll eingebaut. Wirkt im Mund aber etwas unfrisch, etwas salzig auch. Und diese Salzigkeit bleibt hängen. Wieder eine eher «senfige» Mayo, die sehr mundfüllend, aber auch etwas plump wirkt. Zu Spargeln aus der Dose vielleicht?

Prägnant salzig

Gautschi, 3.60 Franken, 170 g (100 g: 2.11 Franken), diverse Bezugsquellen

Angenehmer, nicht allzu aufdringlicher Geruch und kurz der Gedanke: Hat die das Grosi gemacht? Leider wird der positive erste Eindruck am Gaumen zunichtegemacht – von einer prägnanten Salzigkeit; zudem ins Ranzige tendierende Noten. Auch (Bio-)Eier schmecken wir heraus.

Leider nein!

Coop Bio, 2.30 Franken, 265 g (100 g: 0.85 Franken), Coop

Na, das ist aber eine unschöne Farbe, für das Apérobuffet eignet sich diese Mayo überhaupt nicht. Und da ist ein unangenehmer Essigstich in der Nase, dann ein unangenehmes Mundgefühl. Das verwendete Öl scheint von minderer Qualität zu sein, leicht ranzige Noten. Da hilft es wenig, wenn Salz- und Säuregehalt eigentlich sehr passend wären.

Das «Referenzprodukt»

Kania, 0.99 Franken, 265 g (100 g: 0.38 Franken), Lidl

Es ist zum Gähnen: Diese Mayo hat einen vergleichsweise neutralen Duft, eine homogene Masse, ist angenehm in ihrer Salzigkeit und besitzt einen lieblichen Säureakzent. Leider ist eine Spur Alu von der Tube herauszuschmecken. Zum Schmunzeln: Wurde von uns im Blindtest fälschlicherweise für die «Referenzmayonnaise von Thomy» gehalten.

Erstellt: 14.02.2020, 15:49 Uhr

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