Der Gin Tonic 4.0 nervt

Wer heute am Tresen einer Bar einen Drink bestellt, muss ganz schön Geduld haben, bis er seinen Durst stillen kann.

Mit einem Schnitz Zitrone oder mit ganz viel «Beigemüse»? Gin Tonic heute und früher. (Quelle:Youtube/Andre Sousa)


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Gin Tonic trinken war auch schon einfacher: Wer am Tresen eines Ausgehlokals den Drink bestellte, der bekam ein dickwandiges Glas, das mit etwas Eis, einem Schnitz Zitrone und einem Fingerbreit Gordon’s Gin gefüllt war, dazu ein Fläschchen Schweppes Tonic – und hinter die Binde damit.

Wer heute jedoch in einer Szenebar das besagte Getränk ordert, der muss sich schon ordentlich gut auskennen: Soll als Spirituose Hendrick’s als Basis dienen, die ihren Geschmack neben dem obligaten Wacholder den zusätzlichen «Botanicals» Gurke und Rosenblätter verdankt? Oder soll es ein regionales Destillat sein, also zum Beispiel Turicum Gin, aromatisiert mit Süssholz, Pfeffer und Orangenzeste? Lieber Künstler und Gastronom Dieter Meiers Ojo-de-Agua-Gin oder vielleicht eher Monkey 47 aus dem Schwarzwald?

Wer sich – endlich, endlich – für den Gin seines Vertrauens ausgesprochen hat, ist damit noch lange nicht am Ende seiner Bestellung angelangt: Auch die verschiedenen Tonics sollte man kennen. Denn profanes Schweppes verwendet wohl nur noch der Turnverein Hinterpfupfikon an seinem alljährlichen Beachvolleyball-Turnier. Füllt man das Glas also auf mit Gents, Fentimans oder Tom’s Tonic? Und wie soll der Drink gewürzt werden? Mit einem Stück Limette, einem Schnitz Gurke oder gar zwei Umdrehungen aus der Pfeffermühle ...

Gin Tonic war mal ein einfacher Aperitif, der grad wegen seiner simplen Zubereitung so grossen Anklang und so viele Freunde fand – tempi passati. Wie man auch sehr gut in oberem Video sehen kann. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.01.2016, 11:02 Uhr

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