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Eine scharfe Sammlung

Mit «Paprika» verwaltet und teilt man seine Rezepte auf Mac, iPad und iPhone.

Digitalisierung des Kochens: Das iPad macht auch in der Küche Sinn, jedoch besser nicht als Rüstbrett.

Digitalisierung des Kochens: Das iPad macht auch in der Küche Sinn, jedoch besser nicht als Rüstbrett. Bild: Alamy

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Kaum etwas verbindet die Menschen mehr als Essen. Davon zeugen unter anderem 69 Millionen Google-Treffer zum Stichwort «Rezept», für das englische «recipes» werden sogar 448 Millionen Seiten gefunden – niemand lebt lange genug, die alle auszuprobieren.

Angesichts der zentralen Bedeutung von Rezepten erstaunt es eigentlich, dass die meisten Leute ihre Lieblingsgerichte weiterhin analog auf Fresszetteln oder bestenfalls digital in losen Textdateien abspeichern.

Rezepte, Einkaufslisten, Menüpläne

Nun gibt es mit «hRecipe» einen offenen XML-Standard für Rezepte, quasi ein Silberstreifen am Horizont. Noch ist es kein offizielles Format, doch immerhin nutzen ihn schon eine stattliche Reihe vorwiegend englischsprachiger Websites, darunter jene von Nigella Lawson oder Jamie Oliver. Die Standardisierung hat nicht etwa zum Ziel, dass alle dasselbe kochen sollen. Vielmehr bringt ein gemeinsames Format den Vorteil, dass man Rezepte viel einfacher mit andern Leuten austauschen kann, ebenso zwischen Apps und Websites. Suchmaschinen wie Google erkennen dank «hRecipe» Rezepte als solche, für den Blog-Dienst Wordpress gibt es bereits ein Plug-in. Und «hRecipe» ist einer der Hauptzutaten für Rezepte-Apps wie beispielsweise «Paprika».

«Paprika» erfüllt alle wichtigen Aufgaben einer guten Rezeptsammlung. Man erfasst damit Rezepte einfach, sowohl manuell als auch halb- und vollautomatisch ab Websites. Seine Rezepte findet man so jederzeit wieder und kann diese bei Bedarf mit einem einzigen Klick einem Freund oder Freundin schicken. Ausserdem kann die App Mengenangaben leicht der Anzahl Personen anpassen, sie erstellt Einkaufslisten und, wenn man dies denn möchte, sogar ganze Menüpläne im Kalender.

Die Sammlung füllt sich rasch

Rezepte unterteilt die App grob in die Bereiche «Zutaten», «Anweisungen» und «Weiteres». Letzterer enthält Dinge wie den Namen eines Gerichts, falls vorhanden ein Foto, für wie viele Personen die Angaben sind, Informationen über Nährwerte, wie anspruchsvoll die Zubereitung ist und wie lange diese dauert oder woher man das Rezept hat mitsamt einer URL, falls es aus dem Web stammt.

Selbstverständlich kann man Rezepte jederzeit von Hand eintippen. Einfacher geht es, wenn man sich der Millionen von Kochanweisungen aus dem Web bedienen kann. Direkt in der App ist ein Webbrowser integriert, mit dem man das gewünschte Rezept googelt oder direkt aufruft. Eine Reihe von Buttons am unteren Fensterrand erleichtern den Import: Einfach den Namen des Gerichts auf der Website selektieren und unten auf «Name» klicken. Entsprechend geht man mit Zutaten und Anweisungen vor, wobei man ganze Abschnitte selektieren kann. Ein Bild fügt man hinzu, indem man darauf klickt und im Kotextmenü der Maus «Copy» auswählt. Zum Schluss klickt man auf «Create Recipe» und schon ist es der eigenen Sammlung hinzugefügt. So füllt sich diese einfach und rasch.

Rezept-Import auf Knopfdruck

Doch es geht noch schneller, falls die Koch-Website den besagten Rezepte-Standard «hRecipe» unterstützt. Derzeit sind dies bereits mehr als 150, wenn auch vorwiegend amerikanische und englische Food-Websites. Dort reicht es, in der App oben rechts auf «Save Recipe» zu klicken, schon wird alles wie von Geisterhand übernommen – schlichtweg genial. Was man sich noch wünschen würde, wären Angaben über Kalorien und Nährstoffe, doch die fehlen bei praktisch allen Websites. Ausserdem wäre eine automatische Umrechnung von Mengenangaben, etwa «Ounces» in Gramm, praktisch.

Im Nu ausgetauscht

Rezepte horten ist das eine. Ebenso wichtig ist es, dass man diese auch leicht mit anderen austauschen kann. Auch hierbei überzeugt die App: Ein Rezept kann per Fingertipp als E-Mail versendet werden, wobei sowohl eine reine Textversion verschickt wird als auch eine Datei im Anhang, die der Empfänger mit einem blossen Doppelklick in seine «Paprika»-App importiert hat.

Rezepte eingeben ist besonders praktisch am Computer. Beim Kochen hingegen verwendet man lieber ein Smartphone oder Tablet mit der entsprechenden App-Version. Ein eigener Cloud-Dienst hält alle Paprika-fähigen Geräte kostenlos synchron.

Vorbehalte, dass ein Touchscreen-Gerät beim Kochen unpraktisch sei, können wir ausserdem nicht bestätigen, schliesslich hat man ja dabei nicht ununterbrochen dreckige oder nasse Finger.

Paprika für Mac: 20 Franken im Mac App Store, für iPhone und iPad je 5 Franken im App Store.

Erstellt: 20.11.2011, 12:04 Uhr

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