Starkoch Ivo Adam übernimmt Kultur-Casino Bern

Coup für die Berner Burgergemeinde: Der bekannte Gastronom leitet ab 2016 das Casino. Vorerst bleibt Ivo Adam aber der Küche fern.

Übernimmt die Geschäftsleitung des Kultur Casino Bern: Ivo Adam.

Übernimmt die Geschäftsleitung des Kultur Casino Bern: Ivo Adam. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der 37-jährige Seeländer Ivo Adam übernimmt ab 1. April 2016 die Geschäftsleitung des Berner Kultur-Casinos. Unter seiner Führung soll sich das Haus nach dem Umbau als «zeitgemässe Konzert- und Kulturstätte von nationaler Ausstrahlung» entwickeln, wie die Burgergemeinde am Sonntag Abend mitteilte. «Wir machen aus dem Casino aber bestimmt keinen Gourmettempel», sagt Adam auf Anfrage des «Bund». Das Haus solle eine «Begegnungsstätte für jedermann» bleiben, so Adam.

Das Kultur-Casino wird von 2017 bis 2019 umgebaut. Bis dahin wirtet der bisherige Pächter Tobias Burkhalter weiter. Wann genau das Restaurant unter Führung von Adam öffnet, ist unklar. Der Spitzenkoch will das traditionelle Lokal an den Puls der Zeit heranführen. «Ich plane etwas total Neues. Aber das Beefsteak Tatar bleibt bestimmt auf der Karte», so Adam. Ab 2016 übernimmt er im Traditionshaus vorerst das Saalmanagement und verantwortet als Geschäftsleiter die strategische Weiterentwicklung des 1908 erbauten Kulturcasinos. Adam gilt als erfahrener Eventmanager und hat zudem mehrere Kochbücher verfasst.

Nach einem langen Gastspiel im Tessin zieht es Adam zurück in seine Heimat. Er hat sich aus eigenem Antrieb für die ausgeschriebene Stelle beworben. «Ich kehre sicher auch wegen meiner Familie nach Bern zurück. Für mich ist dies eine einzigartige Chance, wieder in meiner Heimat Fuss zu fassen», so Adam weiter. Er ist erst vor wenigen Monaten Vater geworden.

«Popstar» der Schweizer Köche

Der Unternehmer ist nicht der höchstdekorierte Koch des Landes. Aber auf jeden Fall einer der bekanntesten schweizweit. Seit vielen Jahren macht er für das Coop-Gourmetsortiment «Fine Food» Werbung. Im Schweizer Fernsehen hatte er eine eigene Sendung. Der Seeländer mit einer Ausbildung an der Hotelfachschule Thun war das jüngste Mitglied, das je bei einer Schweizer Kochnationalmannschaft mitmachte. Dabei gewann er diverse Auszeichnungen und Goldmedaillen. 2007 eröffnete er zusammen mit der Familie Breuer in Ascona das Ristorante Seven. Weitere Betriebe folgten, worauf er die Seven Group mit Standorten in Ascona, Lugano und Zermatt gründete, der er als CEO vorsteht. Zugleich ist er Inhaber der Ivoadam GmbH in Aarberg, mit der er seine Kochbücher publiziert.

Mit seiner Arbeit und seinem Namen wurde Adam ein erfolgreicher Unternehmer. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz», das Adam als «Popstar unter den Schweizer Köchen» bezeichnet, bezifferte sein Vermögen auf zwei bis fünf Millionen Franken. Angefangen hat die Karriere des Gourmetkochs hingegen harziger. Vor zehn Jahren war der Seeländer, der sich bereits als 27-Jähriger als «Food-Artist» bezeichnete, Geschäftsführer des Apropos, einem sechs Millionen Franken teuren Gastro-Komplexes in Roggwil. Das Projekt floppte, wie der «Blick» kürzlich schrieb. Danach zog es Adam ins Tessin.

Erstellt: 13.10.2015, 06:50 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Kampf gegen das Aussichtslose: In Kalifornien versuchen die Feuerwehrleute immer noch das Ausmass der Buschfeuer einzugrenzen. (11. Oktober 2019)
(Bild: David Swanson) Mehr...