Süsse Nostalgie

Den Snacks aus der Kindheit begegnen wir auch heute noch ab und zu. Wir erinnern uns in Form eines Quiz an sie.

Fondueplausch im Berner Oberland: Erlebnisse aus der Winterwelt prägen Kinder fürs Leben. Foto: Alamy

Fondueplausch im Berner Oberland: Erlebnisse aus der Winterwelt prägen Kinder fürs Leben. Foto: Alamy

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Jeweils Anfang März findet auf der Wolzenalp im Toggenburg das NostalSki-Rennen statt: Wagemutige stürzen sich in Uraltkleidern auf Uraltski den Berg hinunter – gestoppt wird von Hand. Wir sind zu jung, um uns an Holzlatten ohne Kanten zu erinnern, trotzdem steigen Erinnerungen auf an schneereiche Winter, an Sonntage mit den Eltern und auch an die JO – eigentlich «Jugendorganisation» –, in der wir unsere Skikarriere mit 15 in der Plauschgruppe beendeten. Ah, süsse Nostalgie! Im wahrsten Sinne des Wortes: Die Snacks beim Skitag (die damals noch nicht so hiessen) sind legendär – und es gibt sie immer noch. Wie an einem Skitag anno 1983:

1. Darvida gab es damals erst in grossen Packungen – am Sonntagmorgen, wenn wir Glück hatten. Das Weizen­gebäck wurde 1937 erfunden und hätte anders heissen sollen (markenrechtliche Gründe verhinderten dies), statt des «vida» wäre vorgesehen gewesen:
(A) (Dar)vita
(B) (Dar)thvader
(C) (Dar)weizen

2. Es gibt da diese Wette, wir haben sie immer verloren, obwohl wir lange übten: Schaffen Sie es, innert einer Minute ein Appenzeller Biberli zu essen? Auf den wohl bekanntesten, jenen der Firma Bischofberger in Weissbad AI, prangen Bauernmalereien – je nach Saison mit verschiedenen Landschaftsmotiven. Wer hat sie gemalt?
(A) Albert Anker
(B) Appenzeller Künstlerinnen und Künstler
(C) Angestellte von Bischofberger

3. Didier Cuche trug einst einen Ovo-Helm, und noch früher nahmen wir selbst am Ovo-Grand-Prix teil (es half wenig, wir wurden keine Maria Wallisers oder Pirmin Zurbriggens). Ovo-Sport gehörte in die Ski­jackentasche, obwohl es beim Essen immer an den Zähnen klebte. Mit Ovo kann man laut einem Werbespot von 1966 nicht nur im Wintersport, höhere Leistung erbringen, sondern auch…
(A) bei der Pferdedressur
(B) beim Ballett
(C) beim Sackgumpen

4. Apropos Znüni: Unser Chips-Lieblingsgeschmack ist und bleibt Paprika von Zweifel. Den Grundstein für das Unternehmen legte Anfang der 1950er-Jahre ein gewisser Hans Meier, ein Cousin von Heinrich Zweifel senior, indem er Kartoffeln frittierte, und zwar auf einem Bauernhof
(A) in Katzenrüti bei Rümlang
(B) in Finsterhennen bei Bern
(C) in Gais Appenzell

5. Spätestens beim Zmittag tranken wir Rivella, das Blööterliwasser mit dem ominösen Milchserum. Das Original ist rot, mittlerweile gibt es weit mehr Sorten. Welche hat es aber nie in die Flasche geschafft?
(A) Rivella Grüntee
(B) Rivella Holunderblüte
(C) Rivella Ringelblume

6. Wenn wir brav waren, gab es statt des als eher gesund geltenden Rivella auch schon mal ein Elmer Citro – zuckrig, klebrig, göttlich. Was trank Elms anderer berühmter Export, Skifahrerin Vreni Schneider, Anfang der 2010er-Jahre in einem Schlagerlied «am Pistenrand»?
(A) Citro
(B) Kafi
(C) es Einerli Wiisse

7. Und dann war endlich Mittag. Und das hiess: endlich Schnipo! Manchmal sogar Schniposaco – Schnitzel, Pommes, Salat, Cola. Eigentlich interessierten uns aber nur die Pommes und das Ketchup – vor allem Letzteres, und das war damals natürlich von Heinz. Ach, wie fühlten wir uns amerikanisch! Der deutsche Auswanderer John Heinz verkaufte aber 1869 in seinem Lebensmittelgeschäft in Pennsylvania erst etwas anderes. Was?
(A) die Tomatensauce seiner Grossmutter
(B) eingelegten Meerrettich und Gurken in Glasflaschen
(C) Barbecue-Sauce

8. Zum Zvieri, waren sich sowohl Eltern als auch Leiter einig, muss etwas Warmes her. Unsere JO-Gruppe war gespalten: Da war einerseits die Ovo-Fraktion und die – in unseren Augen – Warmduscher, die heissi Schoggi tranken. Also Suchard oder Caotina. Letztere schaffte es kürzlich sogarin die Schlagzeilen. Warum?
(A) Caotina-Schokoladenbrotaufstrich wird jetzt mit Rapsöl statt mit Palmöl hergestellt
(B) dem Schoggi-Pulver wird zeitgemäss nur noch 50 Prozent der Zuckermenge beigegeben
(C) aus Sicherheitsgründen darf die Schokolade in Restaurants nur noch kalt serviert werden

9. Neidisch schielten wir aber jeweils auf die hohen Gläser der Erwachsenen, auf denen Berge von Schlagrahm ruhten, bis sie (die Grossen) den langen Löffel rührten und genussvoll das geheimnisvolle Gesöff schlürften. Es hiess «Huuskafi» und sah hinreissend aus. Die weniger Rahmigen, also die Erwachsenen auf Diät, tranken Kafi fertig. Was ist das Besondere an diesem Getränk?
(A) es hat null Kalorien
(B) man könnte durchs Glas hindurch die Zeitung lesen
(C) weil es alkoholfrei ist, ist es ein richtiges Familiengetränk

10. Vor ein paar Jahren entdeckten wir am Flughafen Hongkong mehrere Packungen Kägifretli, und sogar in einem Buch des israelisch-britischen Überkochs Yotam Ottolenghi sind auf einem Bild welche auszumachen (in «Jerusalem», auf den letzten beiden Seiten). Doch woher kommen sie eigentlich, die Waffeln, die es noch heute in den meisten Skibeizen gibt?
(A) aus Lichtensteig SG
(B) aus Bern
(C) Waffeln? Aus Deutschland natürlich

11. Wir wissen es aus der Werbung: Fondue isch guet und git e gueti Luune. Egal, wie anstrengend der Skitag war, zahlen, wenn das Brot ins Fondue fiel, mussten wir trotzdem (oder abwaschen, als Kind). Oft gabs Fondue moitié-moitié. Was ist das überhaupt?
(A) ein Fondue, bei dem es halb Käse und halb Kirsch drin hat
(B) äh? Ich esse nur Raclette
(C) im Original sind es Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois


Auflösung: 1 A, 2 B, 3 B, 4 A, 5 C, 6 B, 7 B, 8 A, 9 B, 10 A, 11 C


Wie gut Sie Bescheid wissen

1 bis 4 Punkte: Jesses Maria. Wo waren Sie die letzten Jahre? Im Fitnesscenter? Gehen Sie doch mal an die frische Luft – und zum Beispiel in eine Bergbeiz. Vor allem jetzt würde sich das lohnen. Oder wie Vreni Schneider einst so schön sang: «Es git nüt Schöners uf der Welt als frische Pulverschnee.»

5 bis 8 Punkte: Nicht schlecht. Sie wissen einiges und waren vielleicht sogar einst im Skiclub oder im Hockey-Verein. Dummerweise waren Sie da immer die oder der ewige Zweite. Gerne geben wir Ihnen deshalb unseren – geklauten – Tipp weiter: «Mit Ovo kannst dus nicht besser. Aber länger.»

9 bis 11 Punkte: Bravo! Sind Sie vielleicht Beat Feuz? Nein, ernsthaft, das war wirklich gut. Schunkeln Sie munter weiter im Après-Ski und singen Sie brav den Klassiker «Alles fahrt Schii» mit, denn: «S git halt nüt Schöners, juhee, juhee, als Sunneschii, Berge und Schnee.» (nk)

Erstellt: 15.02.2020, 10:32 Uhr

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