Welcher Kochtyp sind Sie?

Wie jemand kocht, lässt tief in seine Persönlichkeit blicken. In diesen sechs Archetypen werden Sie sich vielleicht wiedererkennen.

Ein klarer Fall von Kochtypus Nummer 2: Handwerklich fortgeschritten – und nach dem Kochen gehts ins Yoga. Foto: Getty Images

Ein klarer Fall von Kochtypus Nummer 2: Handwerklich fortgeschritten – und nach dem Kochen gehts ins Yoga. Foto: Getty Images

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

1. Die Ruck-zuck-wir-sind-hungrig-Köche
Auf dem Menüplan stehen Gerichte, die man kennt. Die man mag. Die beim Kochen nicht bockig sind und keine Überraschungen liefern. Die schnell gehen. Tendenziell Pasta, vielleicht auch Spinat mit Spiegelei oder eine Rösti, Hauptsache, der Aufwand bleibt überschaubar und die Belegschaft wird satt. Bio ja, wenn es nicht zu viel kostet. Die Verlockung, hie und da beim Tiefkühlregal zuzugreifen und Halbfertiges einzukaufen, ist gross, nur mehr Aufzuwärmendes hingegen schafft es (eher) nicht in die Küche – es sei denn, im Fernsehen läuft Fussball, und man braucht dringend Pizza.

2. Die Wir-kochen-weil-wir-es-uns-wert-sind-Köche
Prototypische Marktgänger, gut informiert über die Angebote der Saison, ausgestattet mit den entsprechenden Saisonkochbüchern. Handwerklich fortgeschritten, unglaublich motiviert, seit Yotam Ottolenghi einen levantinischen Touch in die heimische Küche gebracht hat. Verfügen über sämtliche Gewürze von Zatar bis Harissa, kennen auch die Kunstgriffe, wie man Auberginen brät, ohne dafür einen Kanister Öl zu brauchen, und wissen, wie viel Gramm Zesten eine Zitrone hergibt. Kochen ist ein Ausdruck bewusster Lebensführung, Vegetarisches oder Veganes wird bevorzugt (oder ausschliesslich praktiziert), und irgendwo im Haushalt gibt es ganz sicher eine Yogamatte.

3. Die Mir-gehen-die-Veganer-am-Arsch-vorbei-Köche
Eine kleiner werdende Spezies. Mögen Gemüse nur, wenn das Stück Fleisch so gross ist, dass man die Beilagen gar nicht mehr sieht. Sind Experten darin, einer Wurst schon von aussen anzusehen, wie stark sie am Grill rauchen wird, und haben immer Bier vorrätig, um das Feuer zu löschen (auch wenn es nur innerlich brennt). Sind genervt darüber, dass ihre Fridays-for-Future-Kids aus Klimagründen keine St. Galler Bratwurst mehr essen wollen, und konzipieren jedes ihrer Essen rund um die Hauptsache: das Steak; die Wurst; den Braten.

Umfrage

Welcher Kochtyp sind Sie?









4. Die Wenn-wir-wollten-wären-wir-auch-Sterneköche-Köche
Diese Köche (es sind zu neunzig Prozent Männer) besitzen Küchen, die alle Stücke spielen, samt Dampfgarer, Sous-vide-Becken, Küchenwaagen von Heston Blumenthal und einem Kühlschrank, der auf Aufforderung tanzt. In diesen Küchen wird nicht oft gross aufgekocht, aber wenn, dann ohne Rücksicht auf Verluste und Kosten. Beste Lebensmittel werden nach den Rezepten grosser Sterneköche – die einem diese Rezepte selbstverständlich persönlich zugesteckt haben – zubereitet, und zwar sehr ordentlich, natürlich nicht wirklich so gut wie von den Profis, aber immerhin so, dass die in Geiselhaft genommenen Gäste sagen können: «Besser kann es Caminada auch nicht...» Nach getaner Arbeit haben diese Köche allerdings keine Kraft mehr, die Küche zu putzen. Das muss dann ein anderer erledigen.

5. Die Was-ist-im-Kühlschrank-ich-mach-was-draus-Köche
Manche Menschen sind mit einer ungeheuren Improvisationsfähigkeit gesegnet, auf die sie auch selbstbewusst vertrauen. Ein Blick in den Kühlschrank – aha, Blumenkohl, eine Hühnersuppe, ein bisschen Suppengrün, wo sind die Gewürze? –, und schon steht ein Schmorgericht am Herd, das es in dieser Zusammenstellung sicher noch nie und nirgends gegeben hat. Und möglicherweise ist das auch eine gute Nachricht. Vielleicht aber auch nicht, und der in der Hühnerbrühe weich gekochte Blumenkohl verbindet sich eigentümlich mit den gerösteten Erdnüssen und ein paar in Butter gerösteten Brotkrümeln, die noch irgendwo herumgelegen hatten. Vorteil: Alles kommt weg. Nachteil: Man weiss nie genau, wie es schmeckt.

6. Die Was-soll-ich-bloss-heute-wieder-kochen-Köche
Menschen, die guten Willens sind, aber das Gefühl haben, dass sie alle Gerichte, die ihnen beim Einkaufen einfallen, erst gestern, vorgestern oder vorvorgestern gekocht haben. Man erkennt sie daran, dass sie in der Migros rasch noch den Instagram-Kanal von Jamie Oliver abrufen, um sich Anregungen für etwas Neues zu holen, bevor sie seufzend kapitulieren und doch wieder alles Nötige für die Lasagne einkaufen. Die Kinder mögen ja eh nichts lieber als Lasagne.

Wer noch fehlt?
Gesundheitsfanatiker, Diäthalter, Mikrowellenaficionados, Kaltesser, Allergiker und alle, die nicht essen können, was sie mögen, sondern was sie müssen. Und natürlich die, die gar nicht kochen, sondern immer nur dort essen, wo ein anderer ihnen etwas gibt.

Erstellt: 02.11.2019, 17:35 Uhr

Artikel zum Thema

Küchenabfälle – so kochen Profis damit

Gastro-Experten verraten, mit welchen Tricks sie einwandfreie Lebensmittel vor dem Abfalleimer bewahren. Mehr...

«Nahrung ist sozialer Kitt»

David Höner ist Gründer von Cuisine sans frontières, die in Krisengebieten mit Restaurants Frieden stiftet. Seine Erlebnisse hat er in «Kochen ist Politik» niedergeschrieben. Mehr...

Weniger Spaghetti bolognese, mehr Zürcher Geschnetzeltes

Die währschafte Hausmannskost gerät in Vergessenheit. Wie sich die traditionelle Schweizer Küche noch retten lässt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...