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Bund warnt Eltern vor Reiswaffeln mit Arsen

Eine Studie hat erstmals schweizweit über 100 Reisprodukte auf Arsengehalt untersucht. In allen Proben fanden die Wissenschaftler Spuren des giftigen Halbmetalls.

Ein Mädchen isst eine Reiswaffel.
Ein Mädchen isst eine Reiswaffel.
Georgios Kefalas, Keystone

Wissenschaftler haben im Auftrag des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für die Schweiz erstmals systematisch Reis und Reisprodukte, die sich auf dem Schweizer Markt befinden, auf ihren Gehalt an Arsen hin untersucht. Das Ergebnis ist beunruhigend.

Das chemische Element kann über das Grundwasser von Pflanzen aufgenommen werden; die Reispflanze nimmt besonders viel davon auf. Gefährlich ist die anorganische Form. Sie gilt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «hochgiftig».

Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, haben Forscher für die Schweizer Studie über 100 Reisprodukte – vornehmlich für Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren – ausgewertet. Nebst Reiswaffeln, Reiscerealien und Reisdrinks wurden auch Reiskörner untersucht.

Keine Probe ohne Arsen

Die Auswertungen haben ergeben, dass kein Produkt den gesetzlich festgelegten Höchstwert überschritten hat. Allerdings fand man in allen Proben Spuren von Arsen, wobei die gefährliche anorganische Form weit häufiger vorkommt. Die Konzentration des anorganischen Arsen in den Proben betrug 60 bis 80 Prozent. Besonders hoch sind diese Werte in Reiswaffeln, Reiscerealien sowie in Reisdrinks.

Das BLV rät Eltern deshalb, dass Babys und Kleinkinder nur «massvoll» Reiswaffeln oder Reiscerealien konsumieren sollten. Der Verzehr von sehr vielen Reiswaffeln könnten Gesundheitsgefährdungen nicht ausschliessen, heisst es in der am 15. März publizierten Studie.

Keine Deklaration vorgesehen

«Zum zusätzlichen Schutz von Kleinkindern» hat der Bund weitere Ernährungsempfehlungen publiziert. So sollen Reisdrinks im ersten Lebensjahr sogar komplett gemieden werden. Auch ab dem ersten Jahr seien sie «kein sinnvoller Ersatz» von Kuhmilch.

Obwohl die Studie zu klaren Befunden kommt, will das BLV die Arsenwerte künftig nicht auf den Verpackungen deklariert haben. Der Schutz der Konsumenten sei durch Höchstwerte und Empfehlungen bereits gewährleistet, sagt BLV-Sprecherin Eva van Beek.

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