Altbacken

Die Bauernschläue des Bauernsohns

Was ist nussig, caramellig und schreit nach Käse? Das Urbrot Emmer-Vollkorn-Apfel.

Schön im Chörbli: Das Emmer-Vollkorn-Apfel-Brot. Foto: Beat Mathys

Schön im Chörbli: Das Emmer-Vollkorn-Apfel-Brot. Foto: Beat Mathys

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Der erste Gedanke: Das ist ein sehr kompaktes Brot! Der zweite: Ja, fast nussig, und kauen muss man. Dann: Geht eine Art Landchilbi los im Mund. Da sind ja noch Apfelringli! Etwas schmeckt caramellig, es ist Birnensaft, wie sich im Nachhinein herausstellt. Und: Es schreit nach Käse. Nicht, dass man es nicht einfach so essen könnte, aber mit Begleitung wird es richtig – chic.

Das Urbrot Emmer-Vollkorn-Apfel hat einen etwas umständlichen Namen, ist ja aber auch kein alltäglich Brot. Die saftige Kombination von Sauerteig, Emmervollkornmehl mit Apfelmus, Apfelringli und Birnensaft ist eine Delikatesse. Zu kaufen gibt es sie bei der Bäckerei Kreyenbühl in Muri AG. Im Ladenlokal mit der Backstube an der Zürcherstrasse ist vieles so, wie man es erwarten würde – Sandwiches, Pralinés und Brote sind als Erstes auszumachen. Tatsächlich ist die kleine Mühle linker Hand der Eingangstür leicht zu übersehen. Dort mahlen Burkard «Buki» Kreyenbühl und sein Team jeden Tag Emmer. Das heisst, solange von der Ernte noch welcher übrig ist – dieses Jahr wird es bis Ende April reichen. Kreyenbühls haben vor knapp einem Jahr zum ersten Mal Emmer ausgesät. Aus dem einfachen Grund, weil sie keine Mühle und keine Produzenten fanden, die ihnen dieses Urgetreide (Emmer ist sozusagen ein Vorfahre von Weizen und Dinkel) hätten liefern können.

«Der Emmer hat die Aussicht»

Und weil sie sich nun mal in den Kopf gesetzt hatten, nicht alltägliche Brote zu backen, beschloss Bauernsohn Kreyenbühl kurzerhand, selber Emmer anzubauen. Seit letztem Jahr finden Teamanlässe deshalb auch schon auf dem 50 Aren grossen Feld statt, zum Beispiel müssen Steine weggeräumt oder – wie im August – der Emmer geerntet werden. Dort, wo das Feld steht, im Nachbardorf, ist es schön. «Der Emmer hat die beste Aussicht», meint Buki Kreyenbühl dazu trocken. Überhaupt schwärmt er von der «Schatzkiste Freiamt» und deren Produzenten, die Käse, Dörrobst, Fleisch, Hochprozentiges und vieles mehr liefern. In der Bäckerei Kreyenbühl werden täglich 40 Emmer-brote gebacken, auch für das Café im Dorf, drei Sorten, und dazu Sablés.

Ja, und bald säen die Kreyenbühls wieder.

Erstellt: 13.01.2020, 14:46 Uhr

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