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«Die Romandie verliert einen ihrer besten Botschafter»

Über 1000 Personen haben heute in Lausanne der Trauerfeier von Philippe Rochat beigewohnt. Der Spitzenkoch war am Mittwoch nach einem Schwächeanfall gestorben.

Grosses letztes Geleit: In der Kathedrale von Lausanne findet die Trauefeier für den verstorbenen Spitzenkoch Philippe Rochat statt. (11. Juli 2015)
Grosses letztes Geleit: In der Kathedrale von Lausanne findet die Trauefeier für den verstorbenen Spitzenkoch Philippe Rochat statt. (11. Juli 2015)
Laurent Gilliéron, Keystone
Über 1000 Personen nehmen beim Abschied des berühmten Kochs aus der Westschweiz teil. (11. Juli 2015)
Über 1000 Personen nehmen beim Abschied des berühmten Kochs aus der Westschweiz teil. (11. Juli 2015)
Laurent Gilliéron, Keystone
Ein Bild aus dem Jahre 1998: Philippe Rochat mit seiner Equipe im berühmten Restaurant «Chez Girardet» im waadtländer Dorf Crissier. (Oktober 1998)
Ein Bild aus dem Jahre 1998: Philippe Rochat mit seiner Equipe im berühmten Restaurant «Chez Girardet» im waadtländer Dorf Crissier. (Oktober 1998)
Martin Rutschi, Keystone
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Bei der Trauerfeier in Lausanne haben seine engsten Freunde und seine Lebenspartnerin sich mit berührenden Worten an die Trauergemeinde gewandt. Die Lebenspartnerin des verstorbenen Spitzenkochs, Laurence Rochat, erzählte vom Glück ihres gemeinsamen Lebensweges: «Er liebte das Leben, wir haben uns keine Minute gelangweilt, du bist da, überall, jeder liebte dich, ich kann mir mein Leben nicht ohne dich vorstellen. Ich verliere meine grosse Liebe, einen Führer, einen Vertrauten.»

Philippe Rochat hatte in der früheren Langläuferin nach dem Tod seiner Frau Franziska Rochat-Moser, ein neues Glück gefunden. Die erfolgreiche Marathonläuferin Rochat-Moser war 2002 im Alter von 35 Jahren in den Waadtländer Alpen bei einer Skitour tödlich verunglückt.

Die Liebe zum Velo

Von einem «aussergewöhnlichen Freund» sprach der ehemalige Direktor der Tour-de-Suisse, Marc Biver. Der Bruder des Uhrenpatrons Jean-Claude Biver wurde während der Trauerrede mehrmals von seinen Emotionen überwältigt.

Die beiden Männer verband ihre Liebe für den Velosport. Philippe Rochat hatte am Mittwoch einen Schwächeanfall erlitten, während er dieser Leidenschaft frönte. Trotz sofortigen Rettungsversuchen verstarb er am Unfallort in Cheseaux-sur-Lausanne im Alter von 61 Jahren.

Einer der besten Köche der Schweiz

Der Spitzenkoch hatte von 1996 bis 2012 das Restaurant de l'Hôtel de Ville im waadtländischen Crissier geführt. Mit drei Michelin-Sternen und 19 GaultMillau-Punkten zählte er zu den besten seines Fachs in der Schweiz. Dabei musste er das schwere Erbe seines Vorgängers Frédy Girardet antreten, wie der Unternehmer André Kudelski bei der Trauerfeier sagte. Dafür habe es grossen Mut gebraucht.

Rochats Nachfolger im Restaurant in Crissier, Benoît Violier, beschrieb ihn als Freund und respektierten Meisterkoch. Nach den Trauerreden schallte «Hey Joe» von Jimi Hendrix durch die Lausanner Kathedrale, bevor die grosse Trauergemeinde sich vor dem Gotteshaus aufstellte.

Nicht weniger als sieben Leichenwagen waren nötig, um den Sarg und alle Blumenkränze aufzunehmen. Die Abfahrt der Wagen wurde von Applaus und Tränen begleitet. Der Beerdigung wohnten zahlreiche Politiker, Sportler und Spitzenköche bei.

Ogis markante Worte

Unter anderem waren die ehemaligen Radprofis Tony Rominger und Laurent Dufaux sowie der Olympiasiger im Strassenrennen von 1996, Pascal Richard, zugegen. Auch der ehemalige Skirennfahrer Didier Cuche nahm Abschied. Die Waadtländer Politik war durch Ständerat Luc Recordon, Nationalrat Olivier Français sowie Philippe Leuba von der Kantonsregierung vertreten. Alt-Bundesrat Adolf Ogi nahm an der Trauerfeier teil.

Mit Philippe Rochat habe die Westschweiz einen ihrer besten Botschafter verloren, sagte Ogi der sda. Der Bundesrat habe sich auf Einladung des früheren Waadtländer FDP-Bundesrats Jean-Pascal Delamuraz mehrmals bei Rochat zu Tisch gesetzt.

Geschätzter Berufskollege

Von der Schweizer Kochgilde erwiesen Andreas Caminada, André Jäger, Irma Dütsch, Bernard Ravet, Gérard Rabaey, Carlo Crisci, Didier de Courten, Edgar Bovier, Philippe Chevrier und Anton Mosimann, der schon für die britische Königsfamilie kochte, dem Verstorbenen die letzte Ehre.

Er habe Philippe Rochat als Berufskollege sehr geschätzt, sagte Mosimann nach der Trauerfeier. Sie hätten etliche Male zusammen gegessen. Philippe Rochat habe viel für das Image der Schweizer Küche getan und unglaublich viele Leute ausgebildet.

SDA/fal

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