Ein blähungsneutrales Weizenbier, bitte!

Nun gibt es Bananen mit essbarer Schale. Auf dass sich die Wissenschaftler weiterer problematischer Nahrungsmittel annehmen!

Noch gibt es kein Bier, das keine Blähungen verursacht.

Noch gibt es kein Bier, das keine Blähungen verursacht. Bild: Keystone

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Die Menschheit ist einen grossen Schritt weitergekommen. In Japan nämlich hat man eine Banane entwickelt, deren Schale essbar ist. Welch Zeitgewinn, wenn man die Frucht vor dem Verzehr nicht mehr zu schälen braucht.

Besagte Banane steht in einer langen Linie von Lebensmitteln, denen mittels gezielter Züchtung und, na ja, auch ein wenig Gen-Forschung ihre ungewünschten Eigenschaften genommen werden. So bildet etwa die Clementine, bereits im 19. Jahrhundert von einem Mönch gezüchtet, weniger Kerne aus als die Mandarine. Es gilt das 2013 in London vorgestellte In-vitro-Fleisch zu nennen, das im Labor gezüchtet wird – damit bekommt man bald schon einen Burger ins Brötchen, ohne für den Tod eines Tiers verantwortlich zu sein.

Küchenhilfen warten auf schalenlose Kartoffel

In einer Welt, in der fast alles möglich scheint, würde man eigentlich erwarten, dass sich die Wissenschaftler weiterer problematischer Nahrungsmittel annehmen: Wie viele geknechtete Küchengehilfen wären froh, wenn bald eine schalenlose Kartoffel in den Handel käme? Oder wenigstens Zwiebeln, die keine schwefelhaltige Aminosäure enthalten. Und der Gourmet wünscht sich womöglich eine Forelle, die grätenlos auf den Teller kommt. Hier ist der Handlungsbedarf besonders akut, schliesslich kann man an einer Fischgräte sterben!

Und wenn die Lebensmittelindustrie grad dermassen in Schwung gerät – gewünscht wäre von den Bayern ein Weizenbier, das keine Blähungen erzeugt. Von italienischen Müttern Cherrytomaten, die kein flüssiges Inneres haben, das beim Zerbeissen herumspritzt. Die Schweizer Kaffeekränzli-Fraktion träumt von einer Cremeschnitte, die beim Zerschneiden nicht in Blätterteig und Creme zerfällt. Hätten auf den Lebensmittelmärkten von Paris nicht auch Austern eine Chance, die bereits offen sind?

Jede Innovation hat auch Nachteile

Allerdings darf die Entwicklung solcher Lebensmittel nicht schrankenlos betrieben werden. Denn jede Innovation bringt auch ihre Nachteile. Dies oft dort, wo man es am wenigsten erwarten würde: Die Banane, die nicht mehr geschält wird, ist etwa für jeden Pantomimen eine Katastrophe, weil er einer der wichtigsten Handbewegungen seiner Zunft beraubt wird. Gar nicht zu denken, was die neue Frucht für die Slapstick-Komiker bedeutet …

Diese unerwünschten Nebenwirkungen gilt es, sich vor Augen zu führen, bevor man daran geht, die Nudel zu erfinden, die nicht im Gesicht kleben bleibt. Oder ist das mit Einführung glutenfreier Pasta vielleicht schon passiert? (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.01.2018, 10:04 Uhr

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