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Ist das Bier in Gefahr?

Bierliebhaber feiern 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot. Doch eine neue Generation von Brauern hält das klare Helle für überholt – und wird aktiv.

Die versammelten Jungbrauer haben Schlimmes vor. Der Mann aus Schwanden hat Zigerklee mitgebracht, das scharfe Kraut, das dem Glarner Schabkäse sein Aroma verleiht. Jetzt will er «Zigerschlitz-Bier» brauen, Kleebier – zum Wohl. Die Tessiner von Birrificio Sottobisio setzen auf Kaffee, ihre Kollegen von Officina della Birra auf grünen Tee. Und der fröhliche Thuner Kleinstbrauer von Strättligen-Bier ist mit einer Kühlbox schockgefrorener Himbeeren angereist. «Das wird knallrot, das Bier», verkündet er, «mit schön beeriger Nase.»

Den brachialsten Plan hat Joni Orponen, ein Finne im Schlabberpulli, der eigentlich Computerspiele entwickelt und in Bern wohnt. Er will den heute erzeugten Sud daheim mit einem Baum verfeinern. «Eine Fichte aus dem Worbletal. Ihr in der Schweiz seid so fixiert auf eure Tannen. Dabei ist Fichte viel feiner.» Mag sein, aber gehört sie ins Bier? «Absolut. Harz schmeckt aufregend.» Ebenfalls ins Getränk soll Berner Züpfeteig.

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