Zum Hauptinhalt springen

Sein erstes Wort war «Suppe»

Nur Jamie Oliver und Stieg Larsson verkaufen sich in England besser: Yotam Ottolenghi ist der neue Liebling der kulinarischen Szene Londons.

Yotam Ottolenghi ist ein Küchenkünstler mit klaren Leidenschaften: «Wer Knoblauch und Zitrone nicht mag, kann dieses Buch gleich wieder zuklappen!», heisst es in seinem Vorwort von «Ottolenghi – The Cookbook». Zur wilden Begeisterung für die erdige Schärfe der Knoblauchknolle und die frische Säure der Zitrone gesellt sich eine Vorliebe für Tahini (Sesampaste), Granatäpfel, Minze, Auberginen und viel Olivenöl. Und wer aufgrund dieser Zutaten denkt, dieses Kochbuch einigermassen sicher im nahöstlichen Kulturraum verorten zu können, der wundert sich bald, dass das erste Rezept einen Pfirsichsalat mit Orangenblüten und Schinkenspeck beschreibt. Als weitere Überraschung wird im Kapitel «Fleisch» ein währschafter Schweinsbraten mit Kruste aufgetischt.

Es ist eine höchst unorthodox zusammengestellte Rezeptsammlung. Neben Yotam Ottolenghi, geboren 1968 im israelischen Westen von Jerusalem, steckt sein gleichaltriger Co-Autor Sami Tamimi, aufgewachsen auf der arabischen Ostseite der Stadt, dahinter. Ottolenghis Grossmutter mütterlicherseits stammte aus Deutschland, die Vorfahren des Vaters aus der Toskana, und kombiniert mit Tamimis arabischen Kochkünsten entschlüsseln sich so eigentlich ganz logisch die kulinarischen Wurzeln, die «Ottolenghi – The Cookbook» zu einer höchst eigensinnigen und aromareichen Rezeptsammlung machen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.