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Tim Raue, Tim Mälzer und das Testosteron

Bei Vox startet die Kochduell-Sendung «Ready to Beef». Sie ist ganz schön männlich.

Der «kleine Dicke aus Berlin» als Juror beim TV-Koch: Tim Raue (l.) und Tim Mälzer. Bild: Foto Seven
Der «kleine Dicke aus Berlin» als Juror beim TV-Koch: Tim Raue (l.) und Tim Mälzer. Bild: Foto Seven

Es gibt zwei grosse T’s in der deutschen Kulinarik. Jeder im nördlichen Nachbarland kennt erstens Tim Mälzer, den TV-Koch mit dem lustigen Bärtchen, der sich bei «Kitchen Impossible» mit Kollegen misst. Und zweitens den Berliner Sternekoch Tim Raue, der als Jugendlicher Mitglied einer Strassengang war und heute asiatisch-europäische Haute Cuisine auftischt.

Die zwei Alphatiere treffen künftig freitagabends in der Sendung «Ready to Beef» aufeinander. Mälzer moderiert, Raue ist Juror – und sie geben sich in Wortduellen immer wieder gewaltig auf die Mütze. Wie frotzelt etwa Mälzer über sein Gegenüber in der ersten Folge? Sie hätten für die Jury einen Mann von brillantem Geist und Witz gewollt, die bestgeschulteste Zunge Gesamtdeutschlands, «leider hat der abgesagt, gekommen ist der kleine Dicke aus Berlin, Tim Raue!»

Die Idee der Sendung ist schnell erklärt: Es gibt vier Geheimzutaten. Und drei Runden, in denen diese von zwei Teams zu schmackhaften Gerichten verkocht werden. Gesucht wird ein Sieger, wobei es für die Kochteams null Zeit zu verlieren gilt. Damit ist die allergrösste Stärke des neuen Formats bereits genannt – die rund 50-minütige Sendung ist gehörig schnell. Man kennt das ja auch schon von früheren Formaten wie dem «Kochduell»; komplett neu erfunden wurde das Koch-TV also nicht.

Tim Mälzer deckt die Geheimzutat auf: Mario Lohninger und Max Strohe (r.) haben zehn Minuten Zeit, daraus etwas Tolles zu kochen.
Tim Mälzer deckt die Geheimzutat auf: Mario Lohninger und Max Strohe (r.) haben zehn Minuten Zeit, daraus etwas Tolles zu kochen.

Der Unterschied zu älteren Sendegefässen ist jedoch, dass bei «Ready to Beef» nur Leute vom Fach mittun: Moderator, Juror und die duellierenden Küchenchefs sind allesamt Kochprofis. Und man spürt die entsprechende Kompetenz etwa, wenn in zehn Minuten aus einer Lammkeule, die in so kurzer Zeit nicht geschmort werden kann, ein geräuchertes Tatar entsteht. Es rieche, kommentiert Tim Raue fachmännisch, «als ob ein Fichtenwald abgebrannt wäre und glücklicherweise ein Lämmchen durchgelaufen ist».

Das Problem dabei: Die meisten Küchenbrigaden werden auch in Deutschland noch immer von Männern angeführt. Und so kommt es, dass in den ersten Folgen von «Ready to Beef» fast ausschliesslich Männer, Tim und Tim inklusive, das schlichte Dekor beleben (das übrigens ein wenig ans frühere Studio von Harald Schmidt erinnert). Entsprechend heftig ist die Sprache, entsprechend deftig die Trie? zerei. Die testosterongeschwängerte Luft ist sozusagen greifbar. Ausser sie wird grad durchschnitten von der lauten Lache Raues, wenn er über einen Spruch von Mälzer grölt.

Ab Freitag, 20.15Uhr, Vox

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