Spitzenkoch verlässt Parkhotel Vitznau

Nenad Mlinarevic macht Pause und plant Pop-up-Restaurants – unter anderem in Zürich.

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Nenad Mlinarevic gehört zu den talentiertesten Köchen des Landes – nun macht er erst mal Pause. Wie das Parkhotel Vitznau mitteilt, wird der 36-Jährige nur noch bis Ende November im hauseigenen Gourmetrestaurant Focus am Herd stehen. Danach will er sich eigenen Projekten widmen, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Unweigerlich taucht die Frage auf, was denn mit eigenen Projekten gemeint sein könnte: Will Mlinarevic ein Restaurant in Eigenregie führen? Falls ja, wo? «Ich habe vor allem mal ein paar temporäre Geschichten angedacht», gibt er Auskunft. «Ich will eine Zeit lang nicht nur Gourmetmenüs kreieren, sondern mein Wissen auch noch anders einsetzen.»

Geplant seien verschiedene Pop-up-Restaurants, unter anderem in Zürich, wo der Focus-Küchenchef aufgewachsen ist. Nach mehreren Jahren im Bündnerland bei Andreas Caminada und nach der erfolgreichen Zeit in Vitznau wolle er unbedingt mal wieder in «seine» Stadt zurück. «Und», so verrät Mlinarevic weiter, «es sollen auch Geniesser zu mir kommen können, die über einen kleineren Geldbeutel verfügen.» Die Verschnaufpause, in welcher er auch beratend tätig sein will, soll zwei bis drei Jahre dauern. Schon möglich, dass er danach einen eigenen Betrieb führen werde.

Bekannte Kochkolumne

Im Restaurant Focus erkochte sich Nenad Mlinarevic zwei Michelin-Sterne und 18 «Gault Millau»-Punkte; letztgenannter Gastroguide kürte ihn 2016 zum «Koch des Jahres», was die Gästezahl in Vitznau noch zusätzlich hob. Viel beachtet ist auch die monatlich erscheinende Kochkolumne, die er für die «SonntagsZeitung» verfasst.

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Bis zum 30. November können die Kreationen von Mlinarevic – Regenbogenforelle verpackt in Gurkenspaghetti mit fermentiertem Gurkensaft und Dill etwa – noch am Vierwaldstättersee genossen werden. Verwendet werden dabei bis zum Schluss und wie für Mlinarevic üblich, ausschliesslich Schweizer Zutaten. «Und ich habe vor, im November, dem letzten Monat meines Wirkens in Vitznau, noch ein paar namhafte Gäste einzuladen», verrät er Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Immerhin sei es ja, so fügt Nenad Mlinarevic fast ein wenig pathetisch an, sein vorläufiger Abschied aus der Sternegastronomie. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.06.2017, 14:40 Uhr

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