Wo schmeckt Nutella am cremigsten?

Der Brotaufstrich ist plötzlich anders – aber das ist ganz normal.

Der Klassiker unter den Brotaufstrichen. Foto: Wikimedia

Der Klassiker unter den Brotaufstrichen. Foto: Wikimedia

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Nutella ist neuerdings ein wenig heller. Im Brotaufstrich steckt jetzt mehr Milchpulver (8,7 statt 7,5 Prozent) und mehr Zucker (56,3 statt 55,9 Prozent) – und weniger Kakao als Milchpulver. Kakao ist derzeit besonders teuer. Die neue Rezeptur sichert wohl vor allem den Profit von Hersteller Ferrero. Der will das nicht bestätigen, sondern spricht von einer normalen «Feinjustierung». Allerdings eine Feinjustierung mit Masseneffekt: Seit die Verbraucherzentrale Hamburg darüber berichtete, herrscht Aufruhr in den sozialen Medien. Der Konsument an sich ist ein erzkonservatives Wesen: Seine Welt gerät ins Wanken, sobald sie sich minimal verändert. Marktmächte manipulieren willkürlich eine zentrale Zutat des Frühstücksfests? Katastrophe!

Man denke jedoch auch an die armen Menschen in Osteuropa. Denen ergeht es noch viel schlimmer, glaubt man dem (erzkonser­vativen) ungarischen Premier Viktor Orban. Er schimpfte im Frühling, sein Land würde als «Müllabladeplatz» genutzt. Die gleiche Wurst enthalte in Ungarn weniger Fleisch als im benachbarten Österreich, hiess es. Und Ost-Nutella sei weniger cremig als West-Nutella.

Nutella ist nicht gleich Nutella

Tatsächlich sind die Einkommen in Polen oder Tschechien niedriger als in der Schweiz oder Deutschland. Die Lebensmittel müssen günstiger sein und enthalten billigere Zutaten. Nutella ist nicht gleich Nutella.

Aber globale Produkte sind ohnehin von Land zu Land unterschiedlich. Für Nescafé gibt es Hunderte verschiedene Rezepturen. Nutella schmeckt in Italien anders als in Norwegen – die Geschmäcker sind verschieden. Dem Schweizer Zopf-mit-Nutella-Zmörgeler ist das egal. Ihm geht es um «sein» Nutella, das nicht mehr das alte ist. Allerdings: Die allerwichtigsten Bestandteile bleiben unverändert. Mehr als 50 Prozent Zucker, mehr als 30 Prozent Fett. En Guete!

Erstellt: 07.11.2017, 21:47 Uhr

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