Aishas zweites Gesicht

Als das Mädchen ohne Nase ging ihr Bild 2010 um die Welt. Bis Ende des Jahres soll das Gesicht von Aisha Mohammadzai wiederhergestellt sein. Noch sind Narben sichtbar – auch in der Psyche der 22-Jährigen.

Bis das chirurgische Werk vollendet ist, muss Aisha noch mehrere Operationen über sich ergehen lassen: Die 22-jährige Afghanin vor zwei Jahren und heute.

Bis das chirurgische Werk vollendet ist, muss Aisha noch mehrere Operationen über sich ergehen lassen: Die 22-jährige Afghanin vor zwei Jahren und heute.

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18 Jahre alt war Aisha Mohammadzai, als ihr Ehemann, ein Talib, ihr mit einem Rasiermesser das Gesicht raubte. Mit mehreren Helfern schnitt er der gefesselten Afghanin Nase und Ohren ab. Nur mit Glück überlebte die junge Frau.

Das Titelbild des «Time»-Magazins im August 2010 machte das Schicksal von Aisha publik. Das Foto namens «Das Mädchen ohne Nase» ging um die Welt. Fast drei Jahre später zeigen erste Bilder die heute 22-Jährige mit einem neuen Gesicht – ein Werk der plastischen Chirurgen im US-Staat Maryland. Dort lebt Aisha bei einer afghanischen Pflegefamilie. In mehreren Operationen mit Hauttransplantationen von Stirn und einem Arm gelang die Nachbildung der verlorenen Nase.

Danach die Ohren

Noch ist das Werk nicht vollendet: Sechs Eingriffe in achtzehn Monaten sollen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Danach kommt die Neuschöpfung ihrer Ohren an die Reihe.

«Ich bin so glücklich mit meinem neuen Gesicht», sagt Aisha in einem Interview mit CNN. Trotzdem: Die Torturen, die die junge Frau durchleben musste, haben ihre Spuren hinterlassen.

Polizistin und Sprecherin für Misshandelte

«In der einen Minute kann sie Spass haben und offen und kommunikativ sein, in der nächsten verschliesst sie ihre Tür und zieht sich die Decke über den Kopf», sagt ihre Psychologin Shiphra Bakhchi gegenüber CNN. Und ihre Hauslehrerin Ariela Perlman sagt gegenüber dem US-Nachrichtensender, dass Aishas Auffassung und ihre Gefühle zwischen denjenigen einer Dreijährigen und einer 45-Jährigen schwanken können.

Aber Aisha zeigt sich optimistisch: «Ich habe in meinem Leben viel gelitten, sagt sie. Nun fühle ich, dass ein Licht in mein Dasein gekommen ist.» Polizistin will die junge Frau einmal werden. Und sich für misshandelte Frauen einsetzen. (wid)

Erstellt: 30.05.2013, 10:00 Uhr

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